Birthright 1: Heimkehr
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Birthright 1: Heimkehr

Ich lese ja eher selten so richtige Fantasy Comics. Nicht weil ich das Genre nicht mag, sondern eher, weil ich finde das Fantasy Geschichten manchmal ein kleines Problem mit Originalität haben. Wenn man sich alles ausdenken kann, was man will, warum müssen es immer wieder Elfen, Orks und Zwerge sein? Bei dem Cover von Birthright 1: Heimkehr hatte ich direkt ein wenig Angst hier wieder etwas sehr Klassisches serviert zu bekommen.

Heimkehr

Birthright 1: Heimkehr
Story: Joshua Williamson | Zeichnungen: Andrei Bressan | Print: 20€ | Digital: 4,99€ | Cross Cult

Als ich Birthright 1: Heimkehr aufschlug, war ich erstmal überrascht. Die Geschichte beginnt keineswegs in einer dunklen Höhle, in der ein Drache sitzt, oder mit einer epischen Erzählung einer Vergangenen Schlacht, sondern in unserer Realität, irgendwann vor nicht all zu langer Zeit.

Ein Junge spielt mit seinem Vater Ball, und der Vater telefoniert mit der Mutter, die scheinbar grade die Geburtstagsparty des Jungen vorbereitet. Als der Vater den Ball versehentlich in den Wald wirft rennt der Junge hinterher und ist weg. Ein Jahr lang suchen Familie und Behörden nach dem kleinen Mikey. Die Familie zerbricht und die meisten haben ihren Schuldigen schon gefunden. Doch das soll sich ändern, als Mikey plötzlich wieder auftaucht. Naja, zumindest sagen alle Tests, dass es Mikey ist. Allerdings ist der vermeintliche Mikey kein kleiner Junge, sondern ein muskulöser, riesengroßer, bärtiger Kerl, der aussieht wie aus einem Barbaren Film. Ist das wirklich Mikey? Wo war er? Was hat der vermeintliche Mikey vor? Und vielleicht die wichtigste Frage: Was zur Hölle ist mit ihm passiert?

Erfrischend anders

Birthright 1: Heimkehr
©Cross-Cult

Zugegeben, ein Held, aus einer Fantasy Welt der sich in unserer zurecht finden muss, ist nicht neu. Ein Held der als Kind in die andere Welt kommt und erwachsen zurück kommt ist sicher auch nicht neu, aber schon deutlich origineller. Dazu kommt, dass die Fantasy Welt selbst hier zwar scheinbar den obligatorischen Ork im Angebot hat, aber dieser ist zumindest kein hirnloser Haudrauf. Generell wirken die Wesen dieser Welt nicht so abgedroschen, wie man es sonst oft sieht.

Stark fand ich auch, dass man anfangs eben nicht den vermeintlichen Helden verfolgt, sondern sieht was sein Verschwinden mit der Familie macht. Eine Familie die zerbricht, Medien, die ihren Teil dazu beitragen, viel Wut und Hoffnungslosigkeit. Das Ganze nimmt anfangs zwar nicht viel Raum ein, aber die Auswirkungen dieses Jahres sind den ganzen Comic lang ein wichtiges Thema.

Was mit Mikey passiert ist erfährt man nur durch die Geschichten, die er erzählt. Aber es sind eben seine Erinnerungen und seine Sicht der Dinge. Als Leser/in hat man aber einige gute Gründe, vielleicht nicht alles zu glauben, was von Mikey kommt. Ich habe beim Lesen immer mal wieder gedacht zu wissen, worauf es hinausläuft, wurde aber dann aber oft davon überrascht, was letztendlich tatsächlich passiert.

Fazit

Birthright 1: Heimkehr
©Cross-Cult

Ein mächtiger Krieger, epische Waffen, eine gute Portion Magie, eine spannende Welt, eine originelle Geschichte und der eine oder andere Twist. Inhaltlich hat Birthright 1: Heimkehr so einiges zu bieten und konnte mich innerhalb weniger Seiten fesseln. Wenn die Reihe das Niveau halten kann, könnte es eines meiner Jahreshighlights werden.

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