BLACK LIGHTNING: FINGER AM ABZUG

Nach dem Erfolg vieler Marvel-Netflix-Serien, gab es auch eine DC-Netflix Serie mt einem eher unbekannten Helden. Black Lightning gehörte zu den ersten afroamerikanischen Superhelden und behandelte deshalb auch oft das Thema Diskriminierung und Polizeigewalt. Themen, die auch heute leider immernoch sehr relevant sind. Die Serie versucht, wie schon die Marvelserien, eher geerdet und ernst zu sein, außerdem schreckt sie auch nicht davor zurück etwas brutaler zu werden. Obwohl ich Black Lightning und seine Fähigkeiten sehr cool fand, hat die Serie mich aber leider sehr schnell verloren. Bei den Comic sollte das hoffentlich anders sein.

Eckdaten

Black Lightning

  • Autor: Tony Isabella
  • Zeichner: Clayton Henry
  • Preis: 16,99€
  • Seiten: 156
  • Verlag: Panini-Comics

Story:

Black Lightning ist zurück. Scheinbar war er eine Zeit lang nicht als Held in seiner Heimatstadt Cleveland aktiv und will nun richtig aufräumen. Er ahnt nicht, dass Tobias Whalen, ein Gangster Boss, in der Stadt die Fäden in der Hand hält und ein Waffenimperium aufbauen möchte. Auch wenn Tobias natürlich kein Fan von Black Lightning ist, beschließt er schnell, das Beste daraus zu machen und den Helden für seinen Zwecke zu missbrauchen um eine Atmosphäre der Angst in der Stadt zu schaffen, die seine Ziele begünstigt.

Meine Meinung:

Meine Erwartung an den Comic kann man wohl am ehesten als “vorsichtiges Interesse“ bezeichnen. Die Figur des engagierten Lehrers, der in seiner Freizeit Blitze auf Verbrecher schießt, ist sowieso schon ganz cool, aber auch der Antagonist zeigt hier bereits sehr früh, dass mit ihm nicht zu spaßen ist.

Die Geschichte selbst ist deutlich besser als ich erwartet hatte. Das Oberthema ist Angst, und wie sie genutzt wird, um Menschen gegeneinander auszuspielen. Diskriminierung und Hautfarbe ist zwar auch ein Thema, aber eher im Hintergrund. Anders als in der Serie wird nicht wieder und wieder auf seiner Hautfarbe herum geritten. Wie auch der Umgang mit Homosexualität wird hier mit Hautfarbe und Polizeigewalt sehr gelungen umgegangen und es fügt sich alles gut in die Geschichte ein.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass es mit vorkam, als würden die selben Sache mehrmals erzählt werden. Vielleicht ist es ein Stilmittel, vielleicht liegt es daran, dass man auch Leser abholen will, die erst mit Heft 3 oder 4 einsteigen, aber so oder so ist es hin und wieder negativ aufgefallen.

Was mich tatsächlich sehr überrascht hat, war die Tatsache, dass Auserirdische scheinbar eine sehr große Rolle in der Welt von Black Lightning spielen. Einige Figuren stellten sich im Laufe der Geschichte als Alien heraus und der Einzige, den das so richtig wunderte, war ich.

Wenn man bedenkt, wie lange Black Lightning schon existiert ist es doch sehr überraschend, wie einsteigerfreundlich dieser Comic ist. Im paninitypischen Infotext stand bereits, dass anfangs einige Namen genannt werden, die man vielleicht nicht kennt. Allerdings stand dort auch, dass diese Fragen schnell beantwortet werden würden. Was soll ich sagen? Genau so war es. Ich hatte nie das Gefühl etwas wissen zu müssen. Es gibt zwar immer wieder Bezüge auf das DC Universum, aber die sind so gehalten, dass sie zum einen wahrscheinlich jeder versteht, und zum anderen sind sie nicht wichtig um die Geschichte zu verstehen.

Die Zeichnungen sind, wie üblich, oberer Standard. Soll heißen, es sieht alles echt gut aus, aber die letzten Meter zur Brillianz fehlen dann doch.

Leseprobe

Fazit:

Ich weis nicht genau, was ich erwartet habe, aber ich war wirklich überrascht, wie gut dieser Comic mir letztendlich gefallen hat. Die Geschichte ist jetzt zwar kein Meisterwerk, aber definitiv über dem Duchschnitt und im Grunde macht der Comic von Anfang an sehr viel richtig. Politische Dinge sind zwar Thema, aber es wird einem nicht wieder und wieder um die Ohren gehauen. Auch meine Befürchtung, es würde einen Großteil der Zeit um seine Hautfarbe gehen, hat sich nicht bewahrheitet. Ich hätte große Lust, mehr von Black Lightning zu lesen. Vielleicht ja in einem Team mit anderen eher unbekannten Charakteren.

Wertung:

  • Einsteigerfreundlichkeit: 10/10
  • Story: 7/10
  • Zeichnungen: 7/10

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