Captain America Neuanfang

Captain America 1: Neuanfang

Im Zuge des Marvel Neustarts habe ich mir auch mal Reihen angesehen, die sonst nicht unbedingt in mein Beuteschema passen. Unter anderem habe ich mir Captain America angesehen, obwohl ich die Figur nicht sonderlich spannend finde, und ich das Vorgänger-Event “Secret Empire” nicht gelesen habe. Beste Voraussetzungen, oder? Aber es war schön mal wieder einen Comic wie ein Neuling zu lesen.

Heil Hydra

Captain America
Autor: Ta-Nehisi Coates | Zeichner: Leinil Francis Yu | Verlag: Panini-Comics

Hydra hatte die USA an sich gerissen, und dabei hat Captain America scheinbar eine wichtige Rolle gespielt, aber irgendwie auch nicht. Jedenfalls ist Hydra besiegt und die USA ist gespalten. Hydra ist böse und so, aber sie haben sich um die Menschen auf dem Land gekümmert. Sie gaben der Jugend Perspektiven und den Erwachsenen Arbeit. Außerdem brachten sie Krankenversicherungen und gingen hart gegen Kriminelle vor.

Deshalb ist das Volk jetzt nicht überall uneingeschränkt begeistert vom Sieg der Helden. Das führt zu einer Spaltung der Bevölkerung, die in einigen gewalttätigen Auseinandersetzungen gipfelt.

Gott schütze Amerika

Der Comic hat eine eigenartige Mischung aus Patriotismus und Kritik an den USA. Gelegentlich wird mal die Kriegsführung von früher ein bisschen romantisiert, aber alles in allem war das deutlich dezenter und geringer als ich bei einem Helden wie Captain America erwartet hätte.

Es gibt also eine interessante Prämisse, und weniger Patriotismus als befürchtet. Ist es also ein guter Comic?

Schwer zu sagen. Der Band bietet sehr viel Politik, und sehr viel inneren Monolog von Cap selbst. Cap ist Soldat durch und durch, und alles andere als ein Poet. Sein innerer Monolog versucht tiefsinnig zu sein, wiederholt sich allerdings gelegentlich und bietet wenig Mehrwert. Zu oft geht es um Themen wie “Ich armer Kerl. Dieses tolle Land. Die Welt hat sich so geändert, seit dem zweiten Weltkrieg.” Das ist manchmal ganz nett, oft aber eher anstrengend.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass der Band mich dann doch auf zu VIELEN Seiten gelangweilt hat. Mit sehr viel Text wird sehr wenig gesagt und für das politische fehlte mir der Hintergrund aus Secret Empire.

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.