Civil War

Heute geht es um eines der bekanntesten Comic Events aller Zeiten. So bekannt, dass ich schon vor dem Film davon gehört hatte, obwohl ich mich da noch nicht mit Comics befasst hatte. Events, bei denen Helden gegen Helden kämpfen scheinen sich generell einiger Beliebtheit zu erfreuen, aber Civil War sticht nochmal aus der Masse heraus.

Eckdaten:

Autoren: Mark Millar
Zeichner: Steven McNiven
Preis: 19,99€
Seiten: 212
Verlag: Panini-Comics

Story:

Die eine kleine Gruppe Amateurhelden (New Warriors) wird bei ihrer Arbeit von einem Kamerateam begleitet und legt sich, für die Einschaltquoten, mit Schurken an, die zu stark für sie sind. Das Ganze eskaliert natürlich fürchterlich und eine Katastrophe mit vielen hundert Toten ist die Folge.

Da scheinbar vorher bereits irgendetwas mit den Mutanten passiert ist, was hier nicht näher benannt aber immer angedeutet wird, bringt dieses Ereignis das Fass zum Überlaufen. Die Regierung fordert, die Demaskierung der Helden, und dass diese offiziell für die Regierung arbeiten. Richtig trainiert, mit einem Gehalt und Versicherung. Vergleichbar mit einer “Super-Polizei”. Damit sind natürlich viele Helden nicht einverstanden und so bilden sich zwei Fronten, die sich schnell verhärten und die immer wieder ihre eigenen Prinzipien verraten um den Konflikt zu gewinnen. Der Civil War begint.

Meine Meinung:

Als absoluter Comicneulinge wird man hier warscheinlich ganz schön überfordert sein. Es kommen unfassbar viele Helden vor. Einerseits ist, bis auf einige wenige Ausnahmen, jeder vertreten, den man irgendwann mal in einem Marvel Film gesehen hat, und zusätzlich ein riesen Haufen Helden, die ich nicht kannte. Die Bekannten waren natürlich auch ganz anders, als man sie aus dem MCU kennt.

Man merkt deutlich, dass dieses Event das ganze Marvel-Universum betroffen hat, aber nur eine Auswahl von Heften in diesem Sammelband von Civil War ist. Dadurch versteht man zwar im Großen und Ganzen gut was passiert, aber die Details für das ‘Warum?’ versteht man oft nicht. So wechseln beispielsweise Helden manchmal die Seite, ohne dass die Gründe nachvollziehbar sind. Einige Seiten zuvor stehen sie voll zu Seite A und bei ihrem nächsten Auftritt wechseln sie plötzlich zu Seite B. Warum hat Spider-Man anfangs so ein anderes Kostüm? Was kann es? Was ist vorher mit den Mutanten passiert?

Trotzdem macht die Geschichte wirklich viel Spaß. Das Thema mit dem ‘Krieg der Heldenlager’ ist spannend und führt zu vielen schönen Konflikten. Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich Figuren gesehen habe, die ich auch den Filmen oder anderen Comics kannte, auch wenn eben die Filmcharaktere teilweise schwer zu identifizieren waren.

Ein Beispiel: Es gibt einen Charakter in einem eigenartigen gelben Kostüm, den ich lange identifizieren wollte, da seine Interaktion mit den anderen den Eindruck weckte, er sei wichtig, ich ihn aber beim besten Willen nicht einordnen konnte. Es stellte sich heraus, dass es sich um Hank Pym handelte. Das ist der alte Ex-Ant-Man aus den Filmen. Er nennt sich hier aber nicht Ant-Man sondern Yellow Jacket. Das ist der Name des Antagonisten im ersten Ant-Man Film. Sehr verwirrend.

Im Vergleich zum Civil War Film, ist die Katastrophe hier deutlich krasser und die Empörung von Regierung und Bevölkerung dadurch auch verständlicher. Allerdings fiel es mir im Film viel schwerer, mich für eine Seite zu entscheiden. Beim Comic war es so klar, dass ich fast sagen würde, es gibt hier eine Seite die eindeutig der Antagonist ist.

Ein riesen großes Manko ist das Ende. Keine Sorge, ich werde es nicht spoilen, aber wie der finale Fight endet, war zwar unvorhersehbar, aber auch richtig enttäuschend. Da hätte ich mehr erwartet. Generell fand ich, der Comic macht es sich zu einfach. Dadurch dass es alle Helden betrifft kommen dann so komische Lösungen wie “Wir bauen ein Gefängnis für Helden, aber in einer anderen Dimension, damit sie nicht ausbrechen können.”. Zum einen finde ich das irgendwie eine zu einfache Lösung für das Problem, Superhelden fest zu halten und andererseits frage ich mich, warum sie es nicht schon lange mit den Schurken machen, die ja gefühlt jede Woche erneut ausbrechen?

Die Zeichnungen haben mir gut gefallen. Selbst in eher wuseligen Kämpfen, an denen viele beteiligt sind, kann man gut den Überblick behalten und auch die Charaktere sehen auch alle ganz gut aus. Allerdings ist es eben alles nur und nie wirklich außergewöhnlich.

Obwohl der Band von Civil War einige ganz schöne Schwächen hat, ist die Geschichte selbst keine. Der Band hat mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten. Es gibt zwar nicht viele Wendungen, aber das muss ja auch nicht immer sein. Ich schätze aber, um das komplette Erlebnis zu haben sollte man auch die ganzen Sonderbände drum herum lesen, und das sind einige.

Fazit:

Wie hat mir Civil War also gefallen? Das ist wirklich schwer zu beantworten, da er für jemanden wie mich, der sich noch nicht so gut bei Marvel auskennt, einige Schwächen hat und zudem nur einen Teil der Geschichte erzählt. Allerdings ist es der wichtigste Teil der Geschichte und es hat mir Lust gemacht, die anderen Bände zu lesen. Allerdings macht es die Bewertung etwas schwer, da viel Potential da ist und ich weiß nicht, ob es im Zusammenspiel mit den anderen Bänden genutzt wird. Deshalb gilt die Wertung in diesem Fall eher der Idee.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 3/10
Story: 7/10
Zeichnungen: 7/10

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