Daredevil: So finster die Nacht

Ich bin ein großer Fan der Daredevil Netflix-Serie. Ja sie hat ihre Schwächen, aber ich mag den Ton der Serie. Sie ist düster und hart und so ganz anders als der Daredevil Megaband, den ich mir wegen der Serie gekauft habe. Das war der neunte Comic den ich gelesen hatte, und die erste wirkliche Enttäuschung. Deshalb hätte es mir auch nicht egaler sein können, als dieser Comic angekündigt wurde. Ich habe zwar am Rande mitbekommen, dass Panini Daredevil eigentlich gar nicht mehr im Sortiment hatte und dieser Band eine Art Testlauf ist, um zu gucken ob es sich lohnt mehr von Daredevil zu bringen, aber für mich war es trotzdem völlig uninteressant. Ich hatte Daredevil eine Chance gegeben und die hatte er verspielt. Meine Meinung stand fest. Zumindest bis die Jungs vom Paperback Podcast über den Band redeten und viel Lob für ihn hatten. Da ihre Meinung eine Menge Gewicht für mich hat, konnte ich nicht anders, als dem Band doch noch eine Chance zu geben. Danke dafür Jungs.

Eckdaten:

Autor: Charles Soule
Zeichner: Goran Sudzuka, Chris Samnee, Ron Garney
Preis: 17,99€
Seiten: 172
Verlag: Panini-Comics

Story:

Blindspot ist ein illegaler Einwanderer, der sich ein Kostüm gebaut hat, welches ihn komplett unsichtbar machen kann. Da er Probleme hat, Heldenleben und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, macht er sich auf die Suche nach einem Lehrer. Hierbei trifft er auf Daredevil. Dieser bildet ihn zu seinem Sidekick aus und verschafft ihm einen Job als sein Anwaltsgehilfe. Da Mat Murdock allerlei zu tun hat, macht sich sein Schützling nachts alleine auf die Suche nach Verbrechern und findet einen Tatort, wie man ihn nicht alle Tage sieht. Eine Leiche liegt vor einem riesigen Bild, das mit Blut gemalt wurde. So beginnt die Jagt, nach einem Killer, der aus seinem Opfern Kunstwerke macht.

Meine Meinung:

So habe ich mir das vorgestellt. Der Comic ist so düster und brutal, wie ich es von der Serie kannte. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Der Comic macht alles besser, was mich an dem anderen Band gestört hat und er legt noch drei Schippen drauf.

Da wäre zuerst mal das Kostüm. Im Megaband fand ich es… naja sagen wir “lächerlich” wäre noch das netteste, was mir dazu eingefallen ist. Jetzt trägt er größtenteils schwarz, mit einigen Roten Akzenten. Das sieht nicht nur ein bisschen besser, sondern richtig badass aus. So einen Daredevil kann ich ernstnehmen. 

Dann wäre da der Sidekick, der nicht nervt. Ich hatte zuerst echt bedenken, dass es so ein Meister Schüler Ding wird, bei dem der Schützling mir schnell auf die Nerven geht. Dem war aber nicht so. Blindspot ist ein wirklich cooler Typ mit einem extrem schicken Kostüm. Statt zu nerven, hat er mir so gut gefallen, dass ich gerne mehr von ihm sehen würde und hoffe, dass er auch in zukünftigen Daredevil Veröffentlichungen auftaucht.

Die Geschichte ist der Hammer! Es ist zwar nicht wirklich eine große zusammenhängende Geschichte, da anfangs ein kleines Abenteuer mit Spider-Man eingeschoben wird. Das macht aber nichts, da Daredevil und Matt Murdock hier super charakterisiert werden und man ein Gefühl für die Figur bekommt. Dazu kommt, dass es diese Geschichte, auch wenn sie kurz ist, in sich hat. Matt Murdock, der blinde Anwalt, spielt ein Poker-Turnier und ist dabei nicht so schlecht, wie man meinen sollte. Sehr unterhaltsam.

Die Hauptgeschichte mit dem Kunst-Killer ist dann aber nochmal ein ganzes Stück besser. Die Art wie Charaktere agieren und was alles passiert ist einfach verdammt gut geschrieben und ich hoffe wirklich, dass diese Geschichte noch in der Netflix-Serie umgesetzt wird. 

Zu guter letzt wären da noch die Zeichnungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Stil gibt, der noch besser zu diesem Comic gepasst hätte. Die Zeichnungen sind dunkel und wirkt irgendwie roh und dreckig, wie die Geschichte selbst. Die Charaktere sehen phantastisch aus. Daredevils und Blindspots Kostüm sind wie gesagt extrem cool und der Antagonist sieht wahnsinnig gut aus.

Für Einsteiger ist der Band auch super geeignet, da die erste Geschichte den Charakter wie gesagt gut charakterisiert und seine Fähigkeiten zeigt. Allerdings gibt es immer mal wieder Anspielungen auf Vergangenes, was aber nicht wirklich relevant für die Geschichte ist.

Wenn ihr bis hier gelesen habt, solltet ihr gemerkt haben, dass ich den Band in allen Belangen sehr stark fand. Ich habe absolut gar nichts auszusetzen und hoffe, dass der Band erfolgreich genug ist, damit Panini mehr davon bringt. Denn das einzige Schlechte an diesem Band ist, dass er vorbei ist und ich gern noch viel mehr gelesen hätte.

Wertung:

Meisterwerk: 9/10
Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story: 10/10
Zeichnungen: 10/10