Dark Souls: Der Hauch von Andolus

Ich liebe Dark Souls. Bevor der erste Teil nach Deutschland kam, hörte ich von vielen Seiten, dass es unfassbar schwer sein sollte, was bei mir den Ehrgeiz geweckt hat. Direkt am ersten Tag kaufte ich es mir und versank mehrere Tage völlig in der Welt des Spiels. Die Kämpfe waren schwer, aber nie unfair. Die Gegner mussten studiert werden und ich habe noch nie ein so befriedigendes Kampfgefühl gehabt. Dazu kam diese wunderbare Welt voller Geheimnisse, die meinen Entdeckerdrang weckte. Dark Souls erzählt seine Geschichte sehr sporadisch. Man kann sich zwar viel aus Item Beschreibungen und anderen Hinweisen zusammenreimen, aber direkt erzählt oder erklärt wird einem fast nichts.

Ich habe zwar schon sehr oft gehört, dass die Geschichte sehr gut sein soll, habe mich aber nie damit befasst. Keine anderen Spiele habe ich so viel gespielt wie die Dark Souls Games und bei keinem anderen Spiel weiß ich weniger über die Geschichte. Also war der Comic die perfekte Gelegenheit, mal eine Souls Geschichte zu lesen, ohne mir alles selbst zusammen suchen zu müssen.

Eckdaten:

Autor: George Mann
Zeichner: Alan Quah
Preis: 15€
Seiten: 128
Verlag: Panini-Comics

Story:

Eine Finsternis breitet sich aus. Die Untoten überrennen das Land und die Menschen werden immer weiter dezimiert. Fria, eine Kriegerin die unter einem Fluch leidet, macht sich zusammen mit einem Seher auf den Weg, den Drachen Andolus zu töten, damit sein letzter Atemzug die Welt wieder mit Leben erfüllen kann.

Meine Meinung:

Im Grunde ist kein Vorwissen nötig, um der Geschichte zu folgen. Die Geschichte wird gut erklärt und ist auch nicht übermäßig komplex. Wie viele Anspielungen auf die Spiele es gibt kann ich nicht sagen, aber ein Krieger des Sonnenlichts hat seinen Auftritt.

Da man zu Anfang nicht viel über die Protagonistin Fria weiß, bietet sie viel Projektionsfläche für die Spekulationen des Lesers. Ähnlich verhält es sich mit dem Seher an ihrer Seite. Man erfährt zwar im Laufe des Bandes immer mehr über Firas Vergangenheit, aber es bleibt dennoch viel Raum für Spekulationen. Die Figuren bekommen allgemein nicht allzu viel Tiefe und bleiben eher blass. Ähnlich wie im Spiel kann man hier allerlei aus dem Kontext und dem was man sieht vermuten, aber ich hätte mir an einigen Stellen mehr Details gewünscht.

Ähnlich wie im Spiel müssen einige “Bosse” besiegt und Gebiete bereist werden. Schade fand ich, dass hierbei das System des Spiels, bei dem man immer wieder stirbt und beim nächsten Versuch quasi wieder von vorne anfangen muss, nicht wirklich Thema im Comic ist. Der Verfall des Körpers, der mit vielen Toden einher geht, wird gut dargestellt, auch wenn hier eher das Prinzipe “show don’t tell” angewandt wird.

Die Geschichte geht sehr schnell voran. Es gibt zwar einige ruhige Momente, in denen am Lagerfeuer geredet wird, aber teilweise werden ganze Gebiete innerhalb weniger Panels abgehandelt. Auch die Kämpfe gegen wirklich mächtige Gegner sind hier oftmals sehr schnell erledigt und das Gefühl des Spiels kommt nicht wirklich auf. Dass soll aber nicht heißen, dass die Kämpfe nicht gut inszeniert sind. Sie deckten sich lediglich nicht mit meinen Erwartungen.

Die Zeichnungen und Charakterdesigns haben mir gut gefallen, allerdings finde ich die Farben deutlich zu grell. Der Comic wirkt dadurch beinahe schon bunt, was nicht wirklich zur allgemeinen Stimmung passt. Selbst Areale die vermutlich eher trist wirken sollen wirken dadurch hübsch und fast lebensfroh.

Leseprobe

Fazit:

Eine dunkle Fantasy Geschichte bei der es kein klares gut oder böse gibt. Aus der Sicht eines Fans der Spiele gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber objektiv betrachtet ist es eine gute Geschichte, die auf eine sehr eigene Art erzählt wird und Raum für Spekulationen lässt. Auch wenn ich nicht restlos überzeugt werden konnte, hoffe ich doch auf weitere Teile, bei denen vielleicht jemand anderes für die Farben zuständig ist.

Weil ich so sehr Fan der Spiele bin und, auch wenn ich es versucht habe, nicht 100% unvoreingommen daran gehen konnte, habe ich eine zweite Meinung eingeholt. Sie hat noch nie eines der Spiele gespielt und auch erst wenige Comics gelesen.

Hier geht es zur Rezension von Sunny’s Buecherschloss

Wertung:

Spielnähe: 4/10
Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story: 6/10
Zeichnungen: 6/10