Deadly Class 3: Die Schlangengrube
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Deadly Class 3: Die Schlangengrube

Geschichten über eigenartige Schulen gibt es wie Sand am Meer. Harry Potter ist wohl das erfolgreichste Beispiel, aber besonders im Manga Bereich wird dieses Setting gerne gewählt. Es bietet auch ja auch viele Optionen, jeder Leser versteht sofort die Hirachien, man kann viele Figuren etablieren und neben der Hauptstory ist reichlich Raum für Teenie-Drama. Deadly Class ist da keine Ausnahme. Allerdings wäre Rick Remender nicht Rick Remender, wenn er nicht einen ganz eigenen Ansatz hätte und eine kräftige Schippe drauf legen würde. Deadly Class 3: Die Schlangengrube nimmt den eh schon recht labilen Marcus und wischt den Boden mit ihm auf.

Wie immer bei Fortsetzungen gilt Spoiler-Warnung. Die Rezension zum ersten Band findet ihr HIER.

Die Schlangengrube

Deadly Class 3: Die Schlangengrube
Story: Rick Remender | Zeichnungen: Wes Craig, Lee Loughridge |
Print: 16,80€ | E-Comic: 9,99€ | Cross Cult

Die Hinterwäldler sind tot. Voller Euphorie treten Marcus und Maria durch die Tür des brennenden Unterschlupfes nach draußen, in der Hand halten sie den Kopf von Chico, (Marias Ex-Freund) und denken der Albtraum ist endlich vorbei. Blöd, wenn Chicos Mafia Familie bereits vor dem brennenden Haus auf die beiden wartet. Es beginnt eine Verfolgungsjagd deren Ausgang ich hier natürlich nicht spoilern werde. Die Geschehnisse, und die Tatsache, dass er wieder Single ist, werfen Marcus ausserdem ganz schön aus der Bahn und er verfällt den Drogen mehr als ohnehin schon. Dabei steigert er sich in einen Wirbel aus Verschwörungstheorien und Selbstmitleid, der ihn fast seine Freunde kostet, und ihm wohl für immer die Dringlichkeit von Safer Sex lehren wird.

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©Cross-Cult

Es gibt Comics, die gehen sorgsam mit ihren Protagonisten um. Man kann als Leser sicher sein, dass niemand stirbt, und selbst wenn, wird er sicher schnell wieder da sein. Dann gibt es Reihen, bei denen kann es tatsächlich mal sein, dass für das dramatische Finale jemand stirbt. Deadly Class geht mit seinen Figuren auf eine Art um, die Game Of Thrones in nichts nachsteht. Es kommt buchstäblich vor, dass jemand um eine Ecke geht und BAM TOT! Du denkst die Gefahr ist gebannt und willst durchatmen BAM TOT! Die Figur ist aber interessant, der wird sicher noch wichtig… Naja ihr könnt es euch ja vorstellen.

Nur Marcus ist einfach kein Ende gegönnt. Der Gute hat ja nicht schon genug durchgemacht, also wird es Zeit, dass er Demut lernt. Egal wie tief er sinkt, egal wie schlimm seine Entscheidungen sind, es wird immer wieder einer oben drauf gesetzt. Ich weiß nicht warum, aber Rick Remender scheint diese Figur wirklich von Herzen zu hassen.

Fazit

Deadly Class 3: Die Schlangengrube
©Cross-Cult

Der Style ist nach wie vor über jeden Zweifel erhaben. Die Dynamik der Figuren variiert stark, was unter anderem an dem schonungslos Umgang mit den Figuren liegt. Aber auch die Entwicklung der Figuren bleibt nicht auf der Strecke. Besonders Marcus macht hier eine regelrechte Achterbahnfahrt mit. Eine Achterbahn die zwar nur abwärts geht aber dabei einige lustige Schrauben und Überschläge macht, und bei der man die ganze Zeit Angst hat, dass sie jeden Moment komplett auseinander fällt.

Außerdem gibt es ein Ende das nochmal alles ändert und viel Potential für den Folgeband liefert. Auch mit Deadly Class 3: Die Schlangengrube erlaubt sich die Reihe keinen Aussetzer. Deadly Class ist die Comic Version von gutem Punkrock. Schonungslos, dreckig, unberechenbar und unglaublich gut.

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