Deadpool Präsentiert: Die Söldner Megaband

Ich habe ganz schön lange überlegt, wie ich die Rezension aufbauen soll. Dieser Megaband besteht nämlich nicht aus einer Geschichte von Deadpool und den Söldnern, es ist auch nicht ein Megaband, der sich aus mehreren Geschichten des selben Teams zusammensetzt. Es sind im Grunde drei Paperbacks, die von unterschiedlichen “Helden” handeln und die nichts miteinander zu tun haben, abgesehen von der Tatsache, dass sie früher Teil von Deadpools Söldnertruppe waren.

Also was tun, drei einzelne Rezensionen nacheinander oder einfach eine für alle?

Ich bin jetzt schon kurz vor den Eckdaten und bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht sicher wie genau ich das gleich schreiben werde.

Eckdaten:

Autoren: Gerry Duggan, Fred Van Lente
Zeichner: Reilly Brown, Paco Medina, Dalibor Talajic
Preis: 29,00 €
Seiten: 348
Verlag: Panini-Comics

Story(s):

Da es in diesem Band um drei voneinander unabhängige Geschichten handelt, die rein gar nichts miteinander zu tun haben, werde ich es hier auch so behandeln.

Solo:

Als Vater und geschiedener Ehemann hat man es nicht leicht. Man muss sehen wie man zu Geld kommt und dabei möglichst nicht ums Leben kommt. Da der letzte Punkt ihm nicht all zu wichtig zu sein scheint, nimmt Solo Aufträge an die sonst keiner will. Ausgestattet mit der Fähigkeit sich zu teleportieren und allerlei Agenten Kram, fängt er einen Job für SHIELD an, die auf eine so gefährliche Mission ungern einen ihrer Leute schicken wollen, sondern lieber einen entbehrlichen Söldner nehmen. Er soll einen Undercoveragenten aus einer feindlichen Basis holen. Da Solo nicht der fähigste in seinem Job ist, kommt es zu einer Kette von Ereignissen die so weit eskaliert, das es stellenweise sogar in den Weltraum geht.

Foolkiller:

Nach seiner Zeit bei Deadpool hat er einen Job als Psychologe angefangen. Seine Kunden sind Schurken, die eine Therapie machen müssen. Nun ist es aber so, dass der Foolkiller seinen Namen nicht ohne Grund hat. Früher war es seine “Passion” dumme Verbrecher zu töten. Also Kriminelle die sich sehr dumm anstellen. Trotz vieler guter Vorsätze kann er aber einfach nicht aus seiner Haut. Schnell verfällt er in alte Muster und wird fast schlimmer als vorher, da er nun die Regierung im Rücken hat, die ihn nutzt um Schurken, für die keine Chance auf Heilung besteht, endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Nebenbei versucht er aber sich eine Beziehung auf zu bauen und damit klar zu kommen, dass er im Grunde nichts anderes als ein Serienkiller ist.

Slapstick:

Seit er durch einen Unfall zu einer Cartoon-Figur geworden ist, versucht Slapstick diesen Zustand umzukehren. Obwohl er unsterblich und vergleichsweise mächtig ist, missfällt es ihm, dass er nicht richtig ernst genommen wird, und keine “Gurke” mehr hat. Als er auf einem Auftrag mit Spider-Man einen brillanten Wissenschaftler trifft, wittert er seine Chance nun endlich Heilung zu finden. Doch plötzlich tauchen noch andere Toons in seiner Welt auf, und eine Regierungsorganisation schaltet sich ein, nur um zu erleben wie alles immer weiter eskaliert und zunehmend verrückter wird.

Meine Meinung:

Solo:

Eine ganz nette Agentengeschichte. Leider aber auch nicht viel mehr. Solos Fähigkeiten sind ganz cool und seine Einstellung unterhaltsam, aber irgendwie wollte der Funke, auch wenn ich nicht richtig sagen kann wieso, nicht so richtig überspringen. Die Geschichte entwickelt sich sich sehr schnell weiter und wird immer größer und bedrohlicher, nur richtige Spannung wollte bei mir leider nicht so richtig aufkommen. Das kann aber auch gut daran liegen, dass ich Agentengeschichten auch in Büchern oder Filmen nicht sonderlich gerne mag. Die Dialoge die er während der Einsätze mit seiner Exfrau führt sind cool und die Zeichnungen nicht schlecht. Vielleicht liegt es an den eher blassen Antagonisten, dass ich bis zum Schluss nicht richtig in die Geschichte rein kam.

Foolkiller:

Ich gebe es zu, diese Geschichte hat mich im Vorfeld am wenigsten interessiert. Ich hatte befürchtet, einen Psychologen zu sehen der hin und wieder einen Patienten tötet und mehr nicht. Aber diese Geschichte hat es in sich. Auch wenn sie eher seicht anfängt. Der Kampf mit seinen inneren Dämonen, der fast schon manische Versuch ein normaler Mensch zu sein, die Versuche sich schön zu reden was er ist, machen die Geschichte spannend. Bis zum Finale macht dieser Charakter nicht nur eine, sondern gleich mehrere Entwicklungen durch. Highlights sind hier die vielen Wendungen die die Geschichte nimmt und der Verlauf des finalen Gespräches mit seinem Erzfeind, den ich so nicht erwartet hatte und sehr erfrischend fand.
Ganz klar meine Lieblingsgeschichte in diesem Band.

Slapstick:

Ein Cartoon Typ? Macht das wirklich so einen Unterschied zu einem Comiccharakter? Die Antwort ist ja. Denn hier geht es um einen richtigen Toon wie man ihn von den Looney Toons kennt. Das bedeutet seine Waffe ist ein großer bunter Hammer, aus seiner Hose kann er allerlei Dinge holen und verstauen. Wenn er gespalten wird zieht er einen Reißverschluss hoch und ist wieder zusammen, wenn er jemanden attraktiv findet bekommt er große Augen und eine lange Zunge, kurz gesagt das volle Programm. Das führt zu allerlei brutalen Momenten. Wenn in einem Cartoon jemand einen Hammer ins Gesicht bekommt gibt es eine Beule, wenn das hier passiert zerbricht ein Schädel und die umherfliegenden Zähne töten wie Schrapnelle umherstehende. Besonders anfangs kommt es so zu einigen leicht bizarr wirkenden Momenten. Auch dass eine Toon Figur keine Genitalien hat und wie er darunter leidet ist ein Thema. Die Zeichnungen sind hier echt gut gelungen. Durch den Kontrast wirkt die Comic Welt deutlich realistischer als sonst. Mit den Cartoon-Mechaniken wird außerdem gekonnt gespielt, was zu allerlei witzigen Momenten führt.
Eine gute Geschichte, die in der Mitte ein paar Längen hat aber alles in allem echt gut abliefert.

Fazit:

Einsteiger können hier problemlos zugreifen. Die Geschichten stehen alle für sich und die Charaktere werde gut vorgestellt. Auch wenn die erste Geschichte mir nicht so gut gefallen hat, haben die anderen beiden das definitiv wett gemacht. Auch das keiner der Drei wirklich ein Held ist und sie alle allerlei Menschen während ihrer Abenteuer töten hat etwas Erfrischendes.

Leseprobe

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story(s): 7/10
Zeichnungen: 7/10

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