Doctor Who – Der dritte Doctor: Die Herolde der Vernichtung

Mit dem dritten Doctor hatte ich bisher, abgesehen von seinem Kapitel in Gefangene der Zeit keine Berührungspunkte. Und da war er mir eigentlich eher negativ aufgefallen, irgendwie passte diese Geschichte am wenigsten zum Rest. In diesem Band habe ich dann festgestellt, woran das wohl größtenteils gelegen hat. Ein Doctor der nicht nur von seiner Persönlichkeit, sondern auch von seinem ganzen Umfeld, ganz anders ist, als ich es bisher kannte.

Eckdaten:

Autor: Paul Cornell
Zeichner: Christopher Jones, Hi-Fi
Preis: 16,99€
Seiten: 132
Verlag: Panini-Comics

Story:

Der Doctor darf endlich wieder Zeitreisen. Offenbar wurde er, von den Timelords zum Exil auf der Erde verurteilt, doch diese Strafe wurde nun aufgehoben. Er arbeitete noch eng mit Unit (eine Militärorganisation) zusammen und kann sich nicht so richtig von der Erde trennen, da er sich hier inzwischen heimisch fühlt. Bevor er näher darüber nachdenken kann, bedroht eine außerirdische Rasse die Erde, die der Doctor, zu seiner Überraschung, noch nicht kennt.

Meine Meinung:

Ich war wirklich skeptisch. Der ganze Comic ist voller 70er Jahre “Charm”. Der Doctor hat sein eigenes Auto mit dem Kennzeichen “WHO I” er hängt in Gentlemans Clubs rum und arbeitet mehr oder weniger fürs britische Militär. Es fühlt sich ein wenig an wie eine Doctor Who Version von James Bond. Achja, nicht zu vergessen, dass er natürlich Venus-Aikido und Merkur-Kung-Fu beherrscht.

Die Geschichte fand ich anfangs noch sehr schwach. Es fühlt sich alles nach etwas überzeichneter “Standardkost” an. Aber die Geschichte entwickelt und entfaltet sich. Es ist nicht alles wie es anfangs scheint und es gab einige Überraschungen. Vielleicht hatte ich auch anfangs Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden, weil mir dieser Doctor vorher nicht wirklich bekannt war.

Comic-Neulingen würde ich diesen Band nur dann empfehlen, wenn man mit Doctor Who vertraut ist. Generell ist es natürlich möglich der Geschichte zu folgen, ich selbst kannte diesen Doctor ja nicht wirklich und es ist einiges anders bei ihm. Trotzdem hatte ich meinen Spaß mit diesem Comic. Auch wenn dieser Spaß vor allem von meiner Liebe zu charmant trashigen Geschichten kommt.

Die Zeichnungen sind solide, aber haben mich nicht umgehauen. Es gibt einige Momente in denen sie mich überrascht haben und den 70er Jahre Charakter super unterstrichen haben und andere Momente in denen die Figuren leblos wirkten.

Am Ende gibt es wieder einiges Bonusmaterial, was mir sehr gut gefallen hat. Zum einen gibt es zwei Seiten, auf denen erklärt wird, was der Autor sich bei manchen Sachen dachte, und wo Anspielungen untergebracht wurden. Danach kommt dann noch ein wahnsinnig interessantes Interview mit Professor Mark McCaughrean von der europäischen Weltraumorganisation über die wissenschaftlichen Aspekte von Doctor Who.

Fazit:

Ich habe nicht viel erwartet und wurde angenehm überrascht. Die Doctoren die ich kenne unterschieden sich alle schon stark in ihrer Persönlichkeit, aber bei diesem Doctor ist das ganze drumherum auch grundlegend anders als ich es gewohnt bin. Die Geschichte wird bis zum Ende immer besser und alles ist in diesem charmanten 70er Jahre Stil gehalten. Ich weiß nicht, ob ich unbedingt mehr von diesem Doctor lesen möchte, aber ich würde gerne mehr alte Doctoren in langen Solo Abenteuern sehen.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 4/10
Story: 6/10
Zeichnungen: 6/10