Doctor Who: Der zwölfte Doctor 1 – Der Wilde Planet

Als Peter Capaldi der neue Doctor wurde, war ich guter Dinge. Ein älterer Doctor mit einem ernsten Gesicht und Stil klang schonmal sehr gut. Matt Smith (der elfte Doctor) war zwar nicht schlecht, aber hat nur in sehr wenigen Momenten wirklich “eindrucksvoll” gewirkt. Endlich war jemand da, der wirkte als hätte er Würde und Stil in der Rolle des Doctors. Dazu kommt, dass mit ihm auch die Geschichten ernster wurden. Es nahm ihn nicht mehr so sehr mit, wenn jemand in seiner Nähe stirbt und er konnte beinahe etwas Furchteinflößendes haben. Es war zwar nicht alles perfekt, aber besonders gegen Ende seiner zweiten Staffel wurde es mit jeder Folge epischer. Aber zu dieser Zeit spielt der Comic nicht.

Eckdaten:

Autor: Robbie Morrison
Zeichner: Dave Taylor
Preis: 16,99€
Seiten: 132
Verlag: Panini-Comics

Storys:

In der ersten Geschichte geht es darum, dass der Doctor zusammen mit Clara (die ihn auch in der Serie begleitet) auf einem Planeten landet, auf dem eigentlich alles vereist sein sollte. Stattdessen finden sie ein tropisches Paradies mit eigenartigen Bäumen vor. Kurz nachdem sie der Ursache des Klimawandels auf die Schliche gekommen sind, taucht auch schon ein totgeglaubter mächtiger Feind auf.

Die zweite Geschichte spielt irgendwie in Indien. Sowohl aus Vergangenheit als auch Zukunft. Ein alter Freund des Doctors bittet um Hilfe. Nicht ganz so göttliche indische Götter versuchen den Doctor für Ihre Zwecke zu missbrauchen und schrecken dabei vor nichts zurück. Glücklicherweise wird er von einer Kriegerin aus der Vergangenheit tatkräftig bei seinem Kampf unterstützt.

Meine Meinung:

Wie auch schon in den Bänden davor ist der Doctor hier sehr nah an der Serienvorlage. Allerdings kam es mit teilweise vor, als wäre er etwas überzeichnet. Als wären Eigenschaften nicht nur übernommen, sondern dabei auch gleich nochmal ein bisschen gesteigert worden. Das gilt nicht nur für den Doctor selbst, sondern auch für seine Begleiterin.

Anders als in den letzten beiden Bänden hat er hier nämlich die selbe Begleiterin wie auch in der Serie, was ich gleichzeitig gut und schlecht finde. Einerseits fällt es als Kenner der Serie so noch weniger schwer, in die Story zu finden und es wird noch weniger Zeit für Aufbau der Figuren verwendet. Das bedeutet aber auch, dass man, wenn man Doctor Who noch nicht kennt, deutlich weniger an die Hand genommen wird. Es gibt anfangs zwar Erklärungen und es ist auch nicht so, dass man sich das ganze unmöglich zusammenreimen könnte, aber trotzdem sind die Geschichten der anderen beiden Doctoren noch einen Tick einsteigerfreundlicher.

Die Geschichten sind dafür wieder richtig gut. Es wirkt einfach wie zwei der vielen Abenteuer, die der Doctor und Clara zusammen erlebt haben und wissen mit Spannung und Witz zu überzeugen. Besonders die zweite Geschichte hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil es hier deutlich mehr um Zeitreisen und “Monster” ging.

Die Zeichnungen sind nicht übel. Kräftige Farben, und schöne Charakterdesigns. Der Stil an sich haut mich zwar nicht um, kann sich aber wirklich sehen lassen. Einzig in den Aktionmomenten kam die Bewegung für mich oft nicht wirklich rüber.

Fazit:

Ein gelungener Comic der sich vor allem an die Fans des zwölften Doctors richtet. Wer Peter Capaldi in der Rolle des Doctors mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen und kann einige zusätzliche Abenteuer mit Clara erleben. Wer noch nichts vom Doctor gesehen oder gelesen hat, kann hier auch einsteigen, allerdings würde ich da eher die Reihe mit dem zehnten oder elften Doctor empfehlen.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 7/10
Storys: 8/10
Zeichnungen: 7/10