Eine Studie in Smaragdgrün
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Eine Studie in Smaragdgrün

Neil Gaiman ist ein Ausnahmeautor. Er hat nicht nur allerlei Drehbücher, Prosa, Hörspiele, Kinderbücher und Romane geschrieben, sondern auch einige sehr erfolgreiche Comics. Unter anderem hat er das Sandman Universum erfunden, zusammen mit dem fabelhaften Terry Pratchet das Buch “Good Omen” geschrieben und American Gods ist auch von ihm. Lange Rede kurzer Sinn, er ist ein überaus begabter Autor, der sein Handwerk versteht. Auf der preisgekrönten Kurzgeschichte “A Study in Emerald” von Neil Gaiman bot die Vorlage und die beiden Rafaels, Rafael Albuquerque und Rafael Scavone, haben sich zusammen getan um aus ihr den Comic Eine Studie in Smaragdgrün zu machen.

Eine Studie in Smaragdgrün

Eine Studie in Smaragdgrün
Story: Neil Gaiman, Rafael Albuquerque, Rafael Scavone | Zeichnungen: Rafael Albuquerque und Dave Stewart | 22 € | Dantes Verlag

Diese Geschichte bietet allerlei Twists, weshalb ich nur überaus ungern detailliert auf die Story eingehen werde. Was wäre wenn das Universum von H. P. Lovecraft, den die meisten vermutlich wegen des Cthulhu Mythos kennen werden, mit dem Universum von Sir Arthur Conan Doyle, Autor der Sherlock Holmes Geschichten, verschmelzen würde?

Wir begleiten einen Kriegsveteran, der zusammen mit einem Detektiv in der Baker Street einzieht. Auch wenn hier erstmal keine Namen genannt werden, ist hier doch jedem Fan von Sherlock Holmes schnell klar, um wen es sich handelt. Nach einer eher hölzernen Kennlernphase, gehen beide einem Mord nach, der unerwartete Ausmaße hat. Das Blut des Opfers ist grün und auch das Opfer selbst ist nicht gerade gewöhnlich. Da das Opfer Verbindungen zur Krone hat, gilt es den Täter schnell zu finden, doch etwas scheint auch in den Riegen der Royals nicht zu stimmen.

Literatur Liebeserklärung

Dieser Comic ist ein Fest für Freunde klassischer Literatur. Neben den ganzen klaren Parallelen zu Doyles und Lovecrafts Werken, gibt es auch Anspielungen auf andere Figuren der klassischen Gruselliteratur. Unter anderem Dr. Jekyll und Mr. Hyde aber auch noch einige mehr. In Form von Werbeanzeigen und in Gesprächen werden zu dem einige Hinweise, auf die Lösung platziert, die ich gekonnt ignoriert, bzw. für kleine Flüchtigkeitsfehler gehalten habe, weshalb das Ende mich komplett umgehauen hat.

Am Ende gibt es noch ein Glossar mit einigen Erklärungen und einen Kommentar, der die Geschichte noch einmal bereichert. Nach der Lektüre steigt der Mehrwert beim nochmaligen Lesen deutlich.

Fazit

Eine Studie In Smaragdgrün weiß von der ersten Seite zu überzeugen. Eine Seite mit einer Werbung für eine Theatergruppe, die unter anderem das Stück “Die großen Alten kommen” aufführt. Sofort entsteht eine mysteriöse Stimmung, die bis zum Ende keineswegs an Dichte verliert und ein weglegen des Comics für mich unmöglich machte.

Als Sherlock Holmes Fan bin ich ohnehin ein Freund von derartigen Geschichten, die einen quasi die ganze Zeit an der Nase herum führen und dazu bringen selbst auf Kleinigkeiten zu achten, um dem Autor vielleicht doch mal bei einer Auflösung zuvor kommen zu können. Ohne Erfolg. Der Twist am Ende hat mich komplett überrascht und das obwohl es im Nachhinein von Hinweisen nur so wimmelte.

Eine Studie in Smaragdgrün ist nicht nur einer der wenigen Comics, die ich mehrmals gelesen habe. Es ist auch einer der wenigen, die beim zweiten Mal einen ganz neuen Reiz und eine neue Ebene gewonnen haben. Für mich ganz klar ein Kandidat für den Comic des Jahres.

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