Gideon Falls
Comics Neueinsteiger

Gideon Falls 1: Die Schwarze Scheune

Es ist mal wieder so weit, ein neuer Jeff Lemire Comic ist da. Momentan lese ich so viele Comics von dem Mann, dass ich kaum hinterher komme, hier Rezensionen dazu zu schreiben. Dieser Band war aber eine Premiere. Ich habe von diesem Comic nur gehört, dass er von Jeff Lemire ist und dass es Mystery/Horror ist. Mehr wollte ich dieses Mal nicht wissen. Seit Gideon Falls im letzten Jahr vom Splitter-Verlag angekündigt wurde, stand für mich fest, dass ich ihn so unvoreingenommen wie möglich lesen will. Ein reiner Autoren-Kauf sozusagen.

Da ich diese Entscheidung nicht bereut habe, möchte ich euch hier noch einmal die Chance geben so jungfräulich wie möglich an diesen Comic zu gehen. Er ist meiner Meinung nach extrem gut, und wenn euch das Genre irgendwie zusagt solltet ihr ihn lesen.

Aber keine Sorge ich werde natürlich auch alle anderen nicht spoilen. Zur Story werde ich nur wenige Worte verlieren und nichts erwähnen, was nicht innerhalb des ersten Heftes passiert.

Willkommen in Gideon Falls

Gideon Falls
Autor: Jeff Lemire | Zeichnerin: Andrea Sorrentino | Verlag: Splitter-Verlag

Norton sammelt gerne Müll. Er hat eine Psychose, die ihn zwingt den Müll der Stadt zu durchwühlen. Hierbei sucht er allerdings nicht nach Essen, oder Wertsachen. Vielmehr wecken alte Nägel und Holzsplitter sein Interesse. Die haben eine besondere Bedeutung für ihn. Auch wenn seine Psychologin es einfach nicht glauben will.

Pater Fred wird aufs Land versetzt. Im hintersten Kaff muss er sich nun einer Gemeinde vermeindlicher Landeier stellen, und das obwohl Langeweile das Letzte ist, was er jetzt will. Gideon Falls hat zwar einiges für Fred in Planung, aber Langeweile gehört definitiv nicht dazu.

Wie hängen die beiden Geschichten zusammen? Was passiert in Gideon Falls? Und was hat all das mit dieser mysteriösen schwarzen Scheune zu tun?

Nichts zu meckern

Lemire schafft es wieder Charaktere zu schreiben, die sich wahnsinnig echt anfühlen. Figuren die nur schwer in Schubladen passen, voller Fehler und Persönlichkeit sind. Aber er zeigt hier auch noch etwas, was ich ihm nicht zugetraut hätte. Er inzeniert eine Art von Horror, wie ich sie sonst nur von King (Stephen, nicht Tom) gewohnt bin. Ein Horror der sich erst subtil in scheinbar alltäglichen Situationen andeutet, dann mit einem Knall zum Vorschein kommt, nur um wieder zu verschwinden und im Subtext zu lauern.

Langsam aber sicher erzeugte diese Geschichte einen Sog, der mich nicht losließ, bis ich den Band durch hatte. Es werden Fragen aufgeworfen, beantwortet und durch neue ersetzt, bis man erschrocken feststellt, dass man die letzte Seite umgeblättert hat und nun 3 Monate auf die Fortsetzung warten muss.

Dreamteam

Gideon Falls

Die Qualität dieses Bandes liegt aber nicht nur an Lemire alleine. Wie schon bei seinem Old Man Logan Run arbeitet Lemire hier mit dem Zeichner Andrea Sorrentino zusammen. Und alter Schwede liefert der Gute einen tollen Job ab. Seine Zeichnungen passen so toll, zu Lemires Schreibe, dass ich hoffe, sie arbeiten noch oft zusammen. Da müssen Snyder und Capullo (z.B. Batman New52) wohl leider meinen Dreamteam-Thron räumen.

Fazit

Gideon Falls

Ja, Jeff Lemire ist mein Lieblingsautor. Ich würde aber nicht behaupten, dass ich desshalb eine rosarote Brille bei seinen Comics trage. Es gibt durchaus Lemire Comics, an denen ich was zu meckern habe, aber das hier ist eine großartige Geschichte. Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich nicht irgendwas finde, was ich kritisieren kann. Ob ich wenigstens unter dem Motto “Meckern auf hohem Niveau” etwas finde, aber bisher ist finde ich leider nichts. Ich tue mich schwer mit dem Begriff “Meisterwerk” bevor die Reihe beendet ist, aber es ist ein wahnsinnig guter Comic, den man gelesen haben sollte.

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