Gwenpool 1

Heute geht es um einen Comic, der die Meinungen spaltet. Ich habe noch nie im Vorfeld so viel unterschiedliches über einen Comic gehört. Die einen sagen es ist super witzig, die anderen sagen es ist ein billiger Abklatsch von Deadpool. Frische neue Idee oder affiger Klamauk? Ich habe mir den ersten Band gekauft, um mir selbst ein Bild zu machen.

Eckdaten:
Autor: Christopher Hastings
Zeichner: Gurihiru, Paolo Villanelli, Scott Hepburn
Preis: 14,99€
Seite:116
Verlag: Panini-Comics

Story:
Gwen Poole ist, anders als man vielleicht zuerst denkt, keine weitere alternative Version von Gwen Stacy, wie Spider-Gwen. Stattdessen ist sie ein Comicfan aus unserem echten Universum (es sieht zumindest bisher danach aus). Irgendwie ist sie in die Welt der Comics gelangt und versucht jetzt über die Runden zu kommen. Sie hat keine Superkräfte, abgesehen von ihrem Conicwissen. Das bedeutet sie kennt Geheimnisse und Schwächen von fast allen Helden und Schurken. Und weil sie weiß wie es in Comics läuft, versucht sie eine Protagonistin zu sein, da diese ja bekanntlich nicht wirklich sterben.

Da sie nicht in diese Welt gehört fehlen ihr natürlich so Dinge wie eine Sozialversicherungsnummer oder einen Ausweis, was das Leben doch mehr erschwert als man zuerst vielleicht denkt.

Meine Meinung:
Selten kam mir der Infotext, den Panini meistens an den Anfang des Comics setzt, so wichtig vor wie hier. Gwenpool ist ein ziemlich abstrakter Charakter, der sich ganz schön von dem was ich bisher gelesen habe unterscheidet.

Bis zum Ende ist es mir wahnsinnig schwergefallen, Gwens Charakter einzuschätzen. Einerseits ist sie ein total süßes Mädchen, das lustig und lebensfroh ist. Andrerseits tötet sie einen Haufen Leute ohne große Probleme und trägt den Schädel eines Toten Jungen mit sich rum.

Gut gefallen hat mir das durchbrechen der vierten Wand. Gwen weiß, dass sie in einem Comic ist und nutzt das Medium zur Kommunikation mit dem Leser und anderen Spielereien, die ich eigentlich eher von Deadpool erwartet hätte.

Die Geschichte ist ein bisschen durchwachsen. Nie wirklich schlecht, aber auch nie überragend gut. Es ist aber interessant, was mit Gwen passiert ist, und wie sie ohne Superkräfte überlebt. Denn sie hat nicht nur keine Krafte, sondern kann auch nichts so richtig. Sie kann nicht mal kämpfen oder schießen. Und auch wenn das komisch klingt, aber einen Superheldencomic mit jemandem der in allem durchschnittlich gut ist, sich aber trotzdem in den Kreisen der Helden bewegt,  ist wirklich unterhaltsam. Es wird zudem viel darauf eingegangen, dass sie aus einem anderen Universum ist. Ich hätte eher gedacht, dass es einfach als gegeben hingenommen werden muss.

Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen. Alles ist extrem laut und bunt und das passt klasse zu dem Comic. Leider ist auch ein Heft erhalten, das einfach furchtbar aussieht. Ich weiß nicht wieso das gemacht wurde, aber wären die Zeichnungen auf dem Niveau geblieben, hätte ich den Comic abgebrochen. Da es aber wie gesagt nur ein Heft ist, lasse ich es nicht in die Wertung einfließen.

Die Geschichte hat großes Potential und ich hoffe, dass es im nächsten Band richtig ausgeschöpft wird. Lustig ist der Band auf jeden Fall. Und das Spielen damit, dass alles nur ein Comic ist, fühlt sich frisch an und macht Spaß. Den Nächsten werde ich definitiv noch lesen und danach entschieden, ob der Humor alleine die Serie für mich tragen kann oder ob ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde.

Leseprobe

Wertung:
Humor: 8/10
Einsteigerfreundlichkeit: 7/10
Story: 6/10
Zeichnungen: 8/10