Comics

InkPad Color – Pocketbook [Werbung]

Digitale Comics sind inzwischen fast eine Glaubensfrage in der Comic Community geworden. Beides hat seine Vorteile, aber um die soll es heute nicht gehen. Vielmehr geht es heute um die Frage, ob ein e-Ink Reader auch zum Lesen von Comics geeignet ist, im Speziellen das InkPad Color von der Firma Pocketbook. Pocketbook hat mir das Gerät zum Test zur Verfügung gestellt, jedoch bin ich an keinerlei inhaltliche Beschränkungen gebunden. Ihr bekommt also meine ungefiltert ehrliche Meinung.

Bisher lese ich meine Comics auf einem IPad. Wenn ich also Vergleiche zu dem Lesen am Tablet ziehe, ist das IPad 2018 gemeint.

InkPad Color – Das Gerät

Hier erstmal ein paar technische Daten. Das InkPad Color hat ein 7,8″ E-Ink Kaleido™ Plus Touchdisplay. Das besondere an diesem E-Ink Display ist, dass es nicht nur 16 Graustufen, sondern auch 4096 Farben darstellen kann.

Das InkPad Color kann außerdem Musik, Hörbucher und Text to Speech über Bluetooth oder USB wiedergeben. Es verfügt über einen internen Speicher von 16 GB und kann mit einer MicroSD um weitere 32 GB erweitert werden. Es kann eine große Menge eBook Formate, die vier gängigsten Bildformate und einige Audioformate abspielen.

Für weitere technische Details könnt ihr hier mehr lesen.

Darstellung von Comics

InkPad Color

Die wahrscheinlich wichtigste Frage zuerst. Sehen die Comics auf dem Display gut aus?

Auch wenn das InkPad Color allerlei Farben darstellen kann, sieht es stets so aus als würde ein leichter “Retro Filter“ über den Seiten liegen. Das beleuchtete Display stellt die Seite sehr gut dar, allerdings sind die Farben nie so kräftig wie auf Papier oder auf dem Tablet. Das war auf den ersten 3-4 Seiten ein bisschen ungewohnt, fiel mir danach allerdings nicht mehr auf. Einen Comic wie Myre, der zum Großteil von seinen Bildern und Farben lebt, würde ich allerdings nicht damit lesen. Das ist wie gesagt aber ein Problem, dass nur bei Optik Bomben wirklich greift und diese sollte man eh eher im Album lesen. Wie auf dem Tablet ist die Wirkung, auf Grund des kleineren Displays, einfach nicht die Selbe, wie bei einem großen Album. Außerdem ist das Display ein wenig klein um Comics zu lesen, die auf das Albumformat ausgelegt sind. Zwar ist das Zoomen zum besseren Lesen möglich, allerdings ist die Bedienung hier reichlich harkelig und mit unschönen Ladezeiten verbunden.

Von diesen Fällen abgesehen hat das Display mich aber auf ganzer Linie überzeugt. Die Seiten sehen toll aus. Es gibt kein Spiegelungen bei Sonnenlicht, kein Flimmern und man wird auch nicht blind, wenn man es im Dunkeln benutzt. Im Grunde fühlt es sich für die Augen genau so angenehm an, wie auf Papier zu lesen. Tatsächlich reflektiert und spiegelt es sogar weniger als Hochglanz-Seiten und es verschwindet nichts im Knick, wie es gerne mal bei dickeren Paperbacks passiert.

Lesekompfort

Das Lesen von Print-Comics bietet ein ganz spezielles Lesegefühl, auf das die meisten nicht verzichten wollen. Auch ich möchte nicht komplett auf digital umsteigen, um immer mal wieder das Rascheln der Seiten und den Geruch neuer Comics zu genießen. Davon abgesehen bietet das InkPad Color aber einige klare Vorteile gegenüber dem Lesen von Print oder auf dem Tablet.

Da wäre zum einen das Gewicht. Zugegeben, es gibt wenig Comics, die so schwer sind, dass man sie kaum lesen kann. Abgesehen von den Hellboy Kompendien und einigen Megabänden, gab es selten Fälle, bei denen ich dachte, dass es gar nicht ohne einen Tisch geht. Dennoch ist es einfach nochmal deutlich angenehmer das schlanke leichte InkPad Color in der Hand zu halten und völlig entspannt mit einer Hand in jeder Position umblättern zu können.

Ein Problem ist, dass es immer mal wieder Comics gibt, die Doppelseiten haben. Auf Tablet wie Reader ist die Darstellung hier eher schwierig. Entweder man blättert immer hin und her, oder liest erst eine Seite, und dann die andere. So oder so, das Ganze ist überaus unpraktisch. Hier wäre ein Feature praktisch, bei dem einem nicht die Seiten, sondern die Panels in der richtigen Reihenfolge gezeigt werden, wie es beispielsweise Marvel Unlimited bietet.

Durch die Größe ist das InkPad Color sehr leicht zu transportieren und lässt sich deutlich leichter mitnehmen als ein Comic. Zumal man hier quasi einen Ganzen Stapel Comics dabei hat.

Wartezeiten

Die Ladezeiten sind auf dem InkPad Color nicht extrem lange, aber hin und wieder kommt es zu einem Stocken, wenn man beispielsweise einen sehr großen Comic öffnen möchte. Ähnlich verhält es sich beim Zoomen. Generell hat das InkPad Color einige Schwierigkeiten beim Laden, sobald die Dateien an die Größe von 200 MB kommen. Das ist allerdings nur sehr selten der Fall und ist mir bisher nur bei einem sehr dicken Megaband passiert.

Wie kommt der Comic aufs Gerät?

Der vielleicht einfachste Weg ist, die Comics im Pocketbook Shop auf dem Gerät zu kaufen. Aber auch andere Shops, in denen man die Comics nach dem Erwerb einfach runterladen kann funktionieren. Wichtig ist, darauf zu achten, dass man die Comics auch als kompatible Datei bekommt. Amazon schützt Ihre eBooks beispielsweise oft mit einem Format, das nur Kindle Geräte abspielen können. Bei Izneo bekommt man die Comics nicht als Download, sondern kann sie nur über die Izneo Website bzw. App abspielen.

Ich habe bisher bei Thalia Comics gekauft, was ohne Probleme funktioniert hat. Man läd die Datei runter und kann sie dann entweder am PC auf das Gerät legen, oder man läd es in die Pocketbook Cloud und anschließend aufs Gerät. Ich habe beispielsweise einen Google Drive Ordner, von dem aus ich auch vom Handy oder anderen Geräten einfach Comics in die Cloud laden und lesen kann.

Onleihe

Ein grandioser Service für alle die sparen wollen ist die Onleihe. Hierbei meldet man sich bei einer Bibliothek an, die im besten Fall viele Sachen im Sortiment hat, die einen interessieren. Anschließend bezahlt man eine Jahresmitgliedschaft, die bei Bibliotheken in der Regel sehr gering ist und schon kann man mit der Onleihe direkt auf dem InkPad Color Comics und Bücher ausleihen und lesen. Ich habe bisher das Angebot der Büchereien Berlin und Hamburg getestet und war sehr positiv überrascht. Hamburg hat deutlich mehr Marvel Comics im Angebot, allerdings muss man hier für eine Anmeldung einmalig vor Ort sein.

So habe ich mit dem InkPad Color nun für wenig Geld quasi ein Netflix für Comics, die ich frei ausleihen und lesen kann. Das ist allerdings kein exclusives Angebot vom InkPad Color, sondern ist auch auf Tablets, PC oder Handy nutzbar.

Akkulaufzeit

Ich habe in den letzten 4 Wochen wirklich viel gelesen und intensiv getestet. Laden musste ich seit dem genau ein Mal. Im Gegensatz zum Tablet hält der Akku hier eine gefühlte Ewigkeit. Das mag unter anderem daran liegen, dass der Prozessor sehr sparsam ist, wodurch die gelegentlichen Wartezeiten beim Laden zustande kommen. In dem Fall nehme ich die kurzen Wartezeiten gerne in Kauf. Verglichen mit meinem Tablet, dass keinen halben Tag lesen außerhalb der dunklen Wohnung überlebt, ist das eine richtige Wohltat und macht den mobilen Einsatz deutlich praktikabler.

Schütze dich

eInk Displays haben neben den vielen Vorteilen ein Problem, sie sind sehr anfällig gegen Stöße. Ich würde also jedem raten nicht zu geizig für eine Hülle zu sein. Die bietet neben dem Schutz des Gerätes außerdem noch andere Vorteile. Eine Hülle macht das Gerät nicht nur hübscher und griffiger, sondern steigert auch den Lesekompfort. Einfach zu klappen, wenn man nicht weiter lesen will und wieder auf wenns weiter gehen soll.

Fazit

InkPad Color

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem InkPad Color. Die Ladeverzögerungen bei großen Dateien und dass ich große Alben nicht gut lesen kann, sind für mich irrelevant, da ich ohnehin nicht zu 100% auf digital umsteigen, sondern auch noch Print-Comics kaufen möchte. Comics im A4 Format, wie quasi alles von Panini oder auch Mangas lassen sich mit dem InkPad Color hervorragend lesen.

Der Preis ist mit 299 Euro natürlich ganz schön happig. Vor allem, weil man auch nicht drum rum kommt, eine Hülle zu kaufen. Dennoch bietet das InkPad Color eben auch eine Menge Vorteile gegenüber einem Tablet oder anderen Geräten. Das Farbdisplay funktioniert hervorragend für Comics. Das Lesen in strahlendem Sonnenschein funktioniert ohne Spiegelungen oder dass man die Helligkeit aufs Maximum dreht und dabei zugucken kann, wie der Akku ausläuft. Wer nachts im Bett nochmal was lesen will ohne Licht ein zu schalten verbrennt sich nicht die Augen und generell liest es sich mit dem InkPad Color einfach super entspannt.

Ich lese mit dem InkPad Color so viel wie lange nicht mehr. Das liegt zum einen am Angebot der Onleihe und zum anderen daran, dass es sich so leicht und angenehm mit dem InkPad Color liest. Ich möchte es nicht mehr missen.

Falls diese Review euer Interesse geweckt hat, könnt ihr euch >>HIER<< das InkPad Color kaufen oder euch mal umgucken, ob vielleicht einer der anderen Reader von PocketBook etwas für euch ist.