Karnak: Der Makel in allen Dingen

Nachdem ich in letzter Zeit sehr viel Batman gelesen habe, wollte ich mal wieder etwas mit einem anderen Charakter lesen. Batman ist ja immer sehr ernst, eher düster und hart. Ich entschied mich für  Karnak. Dieser ist, wie sich beim Lesen schnell zeigte, nicht nur sehr erst, düster und hart sondern zudem auch noch ein Menschen hassender Mistkerl, der ohne mit der Wimper zu zucken mordet. Das klingt doch viel spaßiger.

Eckdaten:

Autor: Warren Ellis
Zeichner: Gerardo Zaffino, Roland Boschi
Seiten: 140
Preis: 16,99 €
Verlag: Panini-Comics

Story:

Ich habe mir die Hintergründe wie folgt zusammen gereimt. Es gibt im Marvel Universum das Folk der Inhumans. Die haben ihre eigenen Comic Serien und sogar seit Kurzem eine Fernsehserie. Die Inhumans haben ein Ritual, welches bei ihnen zum Erwachsen werden gehört. Die sogenannte Terigenese. Hierbei wird der junge Inhuman dem sogenannten Terigen-Nebel ausgesetzt. Dieser Nebel weckt dann Fähigkeiten, oder verwandelt die Betroffenen sogar komplett. Hierbei kann im Grunde alles passieren. Der Inhuman kann unvorstellbar mächtig werden, aber es kann auch passieren, dass er plötzlich nur noch unter Wasser überleben kann. So ist es Karnacks Bruder passiert. Deshalb wollten seine Eltern nicht, dass er die Terigenese durchläuft. Nun ist es aber wohl so, dass die Terigenese in der Welt er Inhumans gesellschaftlich etwa so wichtig ist, wie die Taufe in vielen deutschen Dörfern. Das bedeutet, wenn man sie nicht mitmacht gehört man nicht so richtig dazu. Karnak hat deshalb durch Training eine überaus nützliche Fähigkeit erlangt. Er kann den Schwachpunkt in Allem sehen. Das heißt, er kann z.B. eine Tür ansehen und weiß wo er hin schlagen muss, um sie zu zerstören. Das funktioniert aber nicht nur mit Türen, sondern mit allem. Pläne, Konzepte, Menschen, Kugeln oder Ideologien werden von ihm problemlos demontiert. Da ist es kein Wunder, dass Karnak nicht grade der fröhlichste Zeitgenosse ist. Er lebt im Turm der Weisheit, in dem er jüngere Inhumans ausbildet. Finanzieren kann er den Turm, indem er Aufträge für Organisationen ausführt. Um einen dieser Aufträge geht es in diesem Band. Karnak wird beauftragt, einen entführten Jungen aus den Fängen einer Sekte zu befreien. 

Meine Meinung:

Das Ding macht richtig Spaß. Ich hatte bereits viel Gutes über diesen Comic gehört und startete die Lektüre mit entsprechend hohen Erwartungen, die der Band noch problemlos übertreffen konnte.
Obwohl ich Karnak bisher nicht kannte, und auch von den Inhumans sogut wie nichts wusste, gab es keine Probleme, die Geschehnisse zu verstehen. Das liegt auch daran, dass Panini hier wieder eine kurze Einführung mit allen wichtigen Informationen zu diesem Band auf die erste Seite gedruckt hat.
Der Charakter Karnak ist unglaublich interessant, auch wenn er durch seine Fähigkeit etwas overpowert wirkt, hat der Band vom Anfang bis Ende super unterhalten. Das liegt an vielen Dingen. Durch Karnaks Fähigkeit wirken die Kämpfe frisch und spannend, wenn nicht gekämpft wird unterhält die Persönlichkeit und die Weltsicht von Karnak. Ein bisschen wie bei Sherlock oder Dr. House, macht es Spaß, dass er beinahe jedem überlegen ist und es sie bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Die Story ist zwar nicht unbedingt brillant, bleibt aber durch einige unerwartete Wendungen und Ereignisse bis zur letzten Seite spannend und interessant. Neben der Story und dem Charakter sind es aber die Zeichnungen, die diesen Comic in meinen Augen weit über den Durchschnitt erheben. Der Stil gefällt mir unglaublich gut und passt wunderbar zu der Geschichte. Ich hoffe, dass das nicht Karnaks letzte Miniserie war, da der Charakter sehr viel Potential hat.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 10/10
Story: 9/10
Zeichnungen: 10/10

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