Kill or be Killed 2

Beim ersten Band habe ich mit einem blutigen Amoklauf ala Punisher gerechnet. Leichte brutale Aktion voller Blut und Schusswaffen. Bekommen habe ich etwas ganz anderes. Eine wirklich spannende Geschichte über einen untypischen Protagonisten. Eine Geschichte, bei der man bis zum Ende nicht sicher ist, was wahr ist und was nicht. Das letzte Panel stellte nochmal alles in Frage, was davor passiert ist und hat Raum für viele Spekulationen gelassen. Beim zweiten Teil wusste ich jetzt ja schon, womit ich rechnen musste. Ob Kill or be Killed 2 mich trotzdem überzeugen konnte, seht ihr jetzt.

Eckdaten: 

Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Sean Phillips, Elizabeth Breitweiser
Preis: 24,80€
Seiten: 176
Verlag: Splitter-Verlag

Story:

Achtung, das ist ein zweiter Teil von einer fortlaufenden Geschichte es gilt also aller höchste SPOILERWARNUNG!


Dylan hat sich mit seinem “Fluch” abgefunden und beginnt ihn nicht mehr zu hinterfragen. Es könnte so einfach sein, schlechte Menschen gibt es in New York genug und Dylan zögert inzwischen nicht mehr groß bevor er den Abzug zieht. Sein Selbstbewußtsein steigt, und das führt dazu, dass sein Erfolg beim anderen Geschlecht zunimmt. Alles klingt perfekt. Wäre da nicht eine Polizistin, die hinter ihm her ist. Außerdem gibt es Menschen, die mit Dylans Mission nicht einverstanden sind und ihn gerne aus dem Weg räumen würden.

Meine Meinung:

Kill or be Killed ist einfach ein großartiger Comic. Er fühlt sich so völlig anders an, als die Sachen die ich sonst lese.

Da Dylan sehr viel über alles nachdenkt, hat man einen sehr guten Einblick in seine Beweggründe und die Gedanken die er sich so macht. All das ist verblüffend nachvollziehbar erzählt. Dylan erzählt die Geschichte als eine Art allwissender Erzähler und springt dabei auch gerne mal zwischen den Ereignissen. Außerdem gibt es ein Kapitel, das nicht aus Dylans, sondern aus der Sicht seiner Exfreundin erzählt wird. Dylan bleibt dabei aber der Mittelpunkt der Geschichte.

Auch nach dem zweiten Band weiß ich nicht, ob die Dämonen Sache glaubwürdig ist. Es gibt gute Gründe die dafür, und andere die dagegen sprechen. Der Band behandelt aber so viele unterschiedliche Sachen, dass die Frage, ob es richtig ist was Dylan tut, immer Mal wieder in den Hintergrund rückt. Es bleibt also unklar, ob Dylan einfach nur ein geisteskranker Serienmörder ist, oder nicht.

Obwohl ich eine Stelle in der ersten Hälfte des Comics ein wenig “langatmig” fand, finde ich den zweiten Band insgesamt nochmal deutlich stärker und spannender als den Ersten. Es gibt mehr Aktion und Dylan hadert nicht mehr so sehr mit sich.

Ihr solltet wirklich nicht mit dem zweiten Band starten, sondern erst den Ersten lesen. Alles andere ergibt wenig Sinn, da es keine ewig lange Serie ist und man natürlich viele Sachen nur versteht, wenn man die vorangegangene Geschichte kennt.

Die Zeichnungen passen sehr gut zur Stimmung des Bandes, allerdings kam es vor, dass die Zeichnungen etwas maskenhaftes hatten. Das geht so weit, dass Gesichter teilweise völlig anders aussehen und man sie nur an Frisur und Kleidung erkennt.

In aktionreichen oder düsteren Momenten sind die Zeichnungen dann wieder absolut brilliant. Besonders wenn Dylan seine Maske trägt, gibt es einige Bilder die ich mir gerne genau so an die Wand hängen würde.

Leseprobe

Fazit

Wenn ihr den Ersten mochtet, werdet ihr den Zweiten auch mögen. Es gibt wieder einige Twists und der Aktiongrad nimmt etwas zu, aber trotzdem wirkt er weiterhin geerdet und realistisch. Endlich kristalisieren sich Antagonisten heraus und Dylan macht eine Entwicklung durch. Kill or be Killed bleibt alles in allem großartig und ich zähle die Tage bis zum Release des dritten Bandes.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 4/10
Story: 9/10
Zeichnungen: 7/10