Moon Knight
Comics Interessiert

Moon Knight 1, 2 und 3 [Jeff Lemire Run]

Jeff Lemire ist inzwischen mein absoluter Lieblingsautor. Mittlerweile kaufe ich Sachen die von ihm geschrieben sind blind, und ich wurde bisher immer wieder überrascht und jeder seiner Comics ist auf seine eigene Art großartig gewesen. Und dann kam Moon Knight…

Ein Irrer mit guten Absichten

Moon Knight
Autoren: Jeff Lemire, Doug Moench | Zeichner: Greg Smallwood, James Stokoe, Francesco Fracncavilla, Wilfredo Torres, Bill Sienkiewicz | Verlag: Panini-Comics

Moon Knight ist seit jeher verrückt. Er hat eine gespaltene Persönlichkeit und hat gelegentlich Probleme die Realität zu erkennen. Besessen vom ägyptischen Gott Khonshu, beschützt er die nächtlich Reisenden mit harter Hand. Aber auch andere Persönlichkeiten wie ein Taxifahrer und ein Regisseur gehören zu seinen Persönlichkeiten.

Dieser Run besteht im Grunde aus drei Teilen. Im Ersten geht es um die Menschen aus Marc’s Vergangenheit, im Zweiten um seine Persönlichkeiten, und im Dritten um Khonshu und seine Zukunft.

Perfekte Vorraussetzungen

Moon Knight

Es könnte alles so perfekt sein. Ein kaputter geisteskranker Charakter dessen Geschichte in der Klappse beginnt. Eine Ausgangssituation, die besser kaum sein könnte, besonders wenn ein Autor wie Jeff Lemire die Geschichte schreibt. Was ist also mein Problem?

Der erste Band ist baut viele Mysterien auf, und weckte großes Interesse bei mir. Das Spiel mit Wahn und Wirklichkeit und der tolle Artstyle haben einiges her gemacht. Problematisch war aber, dass dieser Band sehr viele Figuren aus Marcs Vergangeheint behandelt und Marcs Beziehung zu ihnen. Da mir die Personen aber fast alle unbekannt waren, blieben große Emotionen und der große Knall leider aus.

Dann kam der zweite Band. Hier wechselt die Geschichte immer wieder zwischen Marcs Persönlichkeiten. Grade ist er noch ein Regisseur, dan geht er durch eine Tür und ist auf einmal Taxifahrer. Er steigt in sein Auto und ist auf einmal in einem Raumschiff und kämpft gegen Space-Werwölfe usw. Das Ganze ist anfangs noch cool und interessant, nutze sich aber schnell ab und wurde irgendwann einfach nur noch verwirrend und nervig. Das Ende war dann zwar wieder durchaus gelungen und emotional, aber wirklich gerettet hat er es für mich nicht.

Wenn man nun in zwei Bänden so viel Myten und Fragen aufwirft, muss am Ende natürlich die große Auflösung kommen. Dummer weise blieb der Band mir diesen Payoff schuldig.

Der letzte Band wurde in meinen Augen einfach noch ein bisschen wirrer und neben einigen Antworten blieben doch viele Fragen offen.

Keine schlechten Comics

Moon Knight

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Comics schlecht sind. Mal davon abgesehen, dass sie visuell alle auf ganz hohem Niveau sind, ist die Geschichte auch nicht übel. Blöd ist nur, wenn man die lange Geschichte von Moon Knight nicht kennt, und die Figuren einem fremd sind.

Vielleicht hätte mir dieser Run besser gefallen, wenn ich davor mehr, als die ersten beiden Bände der Vorgänger Reihe gelesen hätte. Wenn ich einen Bezug zu den Figuren gehabt hätte. Und noch wichtiger, wenn ich wegen des Autors nicht so hohe Erwartungen gehabt hätte.

Unterm Strich sind es keine schlechten Comics, aber das schlechteste, was ich von Moon Knight und von Jeff Lemire gelesen habe. Ich würde empfehlen, mit dem ersten Band der Vorgängerreihe zu starten, oder den vierten und fünften Band dieser Reihe zu kaufen, da mir diese deutlich besser gefallen haben.

3 Kommentare

  1. Hab jetzt auch den dritten fertig. Ich hatte vorher nichts von Moon Knight gelesen und mir gefiel die Serie sehr gut.

    Alles auflösen muss man ja nicht immer zwangsläufig, schließlich kann man manchmal sich auch ein Ende/Sinn erdenken (siehe Inception).

    Ich fand die Reihe Jeff Lemire typisch gut erzählt und hätte hier gerne mehr als „hat mir nicht gefallen“. War es zu verwirrend? Macht es in deinen Augen keinen Sinn?

    1. Es hat einfach nicht so richtig gefunkt. Vielleicht weil die Erwartungen zu hoch waren, weil mir im Vorfeld alle sagten, was für ein Meisterwerk es ist. Dann ist es mein Lieblingsautor, mit einem meiner Lieblings Helden, das hat die Erwartungen noch höher gesetzt. Unterm Strich liefert der Run dann aber nur relativ klassischen Psycho Trip Kram, der mich zu selten wirklich überrascht hat. Irgendwie fand ich, dass da viel Potential liegen gelassen wurde.

      Wenn man mit einem 10 von 10 Titel rechnet, ist eine 8 leider oft schon eine Enttäuschung. Vielleicht lese ich ihn in 3-4 Monaten nochmal und finde sie dann besser und korrigiere da hier.

      Das mit den vielen Figuren, die man nicht kennt, und zu denen man keinen Bezug hat, hat dich nicht gestört?

      1. Okay, Enttäuschung kann ich verstehen. Das Wort wird leider oft zu negativ verwendet, aber es bedeutet einfach nur das man „getäuscht“ wurde.

        Die vielen Figuren waren alle für mich neu, auch Moon Knight – klar hat das verwirrt, aber es verwirrt ja auch Marc was er so erlebt…

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