Comics Neueinsteiger

Runaways Megaband: Ausreisser

Als Fan von Comics und Comic-Serien wie z.B. Flash oder Daredevil, freue ich mich prinzipiell erstmal über jede angekündigte TV-Umsetzung eines Comics. Besonders da ich so schon des öfteren auf Helden aufmerksam wurde, die ich sonst wohl nicht beachtet hätte. Als die Serie Runaways angekündigt wurde, war die allgemeine Reaktion im Netz ungewöhnlich positiv. Die Comics erfreuten sich scheinbar allgemeiner Beliebtheit und es gab wenig Zweifel an einer guten Umsetzung. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lasse. Ich ging sofort auf die Suche nach deutschen Comics und musste feststellen, dass hierzulande nichts zu den Ausreißern veröffentlicht wurde. Ein unerhörter Zustand, den Panini natürlich nicht so belassen konnte. Und anstatt viele kleine Trades raus zu bringen sagten sie sich, ganz oder garnicht, und brachten gleich die komplette Serie in einem extrem dicken Megaband auf den Markt. Ein Format an das ich mich gewöhnen könnte.

Eckdaten:

Autor: Brian K. Vaughan
Zeichner: Adrian Alphonso, Takeshi Miyazawa
Preis: 39€
Seiten: 436
Verlag: Panini-Comics

Story:

Sechs Elternpaare treffen sich jährlich um über die neusten Spendenaktionen und andere geschäftliche Dinge zu sprechen. Ihre Kinder sind deshalb jedes Jahr gezwungen, Zeit miteinander zu verbringen.
Bei einem dieser Treffen spionieren die Kids ihren Erzeugern nach, und finden heraus, dass die Menschen die sie aufgezogen haben Schurken sind. Verängstigt und verwirrt versuchen sie ihre Eltern dem Gesetz auszuliefern. Doch wie mächtig diese sind, was hinter all dem steckt und was es mit den Kindern auf sich hat, gilt es nun heraus zu finden.

Meine Meinung:

Wer kennt es nicht? Die Eltern besuchen Freunde und man ist gezwungen Zeit mit dem Nachwuchs der Freunde zu verbringen. Hier reagieren die Charaktere von Anfang an absolut nachvollziehbar und es fällt leicht, sich wieder in diese Zeit zurück zu versetzen. Generell hatte ich beim Lesen oft den Gedanken “warum macht er/sie das denn?” nur um mir direkt danach einzugestehen, dass ich wohl in dem Alter das selbe oder etwas ähnliches gemacht hätte. Es sind eben Teenager und so benehmen sie sich auch.

Die Charaktere sind alle glaubhaft gestaltet und beim Lesen wird wahrscheinlich jeder sich selbst immer mal wieder in verschiedenen Charakteren wiederfinden. Auf jeden Fall kennt man aber jemanden der wie einer der Charaktere war/ist. Und auch wen sie anfangs schon sehr klare Rollen einnehmen sind sie nicht wirklich Stereotypen und entwickeln sich im Laufe der Geschichte.

Ich hatte anfangs Bedenken, dass 436 Seiten zu viel sind. Ich war nicht sicher, ob die Geschichte sich über 18 Hefte tragen würde, ohne mich zu verlieren. Ich rechnete damit den Band etwa bei der Hälfte zu pausieren und einen dünneren Comic ein zu schieben. Beim Lesen erzeugte der Comic dann jedoch einen regelrechten Sog, der mich nicht loslassen wollte, bis der Band beendet war.

Die Geschichte ist sehr spannend und macht allerlei Wendungen und Entwicklungen durch. Man merkt beim Lesen, dass die Handlung sich gut eignen würde, um als Serie umgesetzt zu werden. Die Geschichte besteht aus einigen kleineren “Arcs” verliert hierbei aber nie den roten Faden aus den Augen.

Als Einsteiger kann man hier problemlos zugreifen. Es tauchen zwar noch zwei andere Helden in der Geschichte auf, aber die kannte ich auch nicht und das hat der Geschichte nicht geschadet. Die beiden bekommen demnächst auch ihre eigene Fernsehserie und ich hoffe auf eine eigene Comicreihe mit dem ungleichen Duo.

Einzig die Zeichnungen haben mir nicht so richtig gut gefallen. Es ist ein eigener Stil der sicher seine Freunde hat, aber meins ist es nicht.

Ein sehr guter Comic in einem schönen Format. Ich bin gespannt, wie es als Serie umgesetzt wird.

Wertung:

Umfang: 10/10
Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story: 8/10
Zeichnungen: 4/10

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