Comics Fixer

Watchmen

Wenn man sich erkundigt, welche Comics man mal gelesen haben sollte, wird einem mit ziemlicher sicherheit Watchmen empfohlen. Der 1986/87 erschienene Comic hat einen ganzen Haufen Preise bekommen und wurde 2005 sogar von der Time zu einem der 100 besten englischsprachigen Romane seit 1923 aufgenommen, was für einen Comic durchaus beachtlich ist.

Der Film hatte mich damals sehr überrascht. Das ganze Thema war ganz anders, als ich nach den Trailern erwartet hatte. Ich habe ihn zugegeben etwas spät gesehen und kannte deshalb schon diverse Marvel und DC Filme. Doch wenn Watchmen eines nicht ist, dann ein typischer Superhelden Film.

Eckdaten:

Autor: Alan Moore
Zeichner: Dave Gibbons
Preis: 29,99€
Seiten: 436
Verlag: Panini-Comics

Story:

Das Zeitalter der Helden ist vorbei. Zwar gibt es noch vereinzelte kostümierte Menschen die gegen das Verbrechen kämpfen, aber die Meisten haben ihre Kostüme an den Nagel gehängt. Als einer der Exhelden eines nachts in seiner Wohnung getötet wird, ruft das Rorschach (der nicht in den Ruhestand gegangen ist) auf den Plan. Wärend seiner Ermittlungen besucht er viele alte Kollegen und beim Lösen des Verbrechens kommen allerlei alte Geheimnisse aus der “guten alten Zeit” ans Tagenslicht.

Meine Meinung:

Es ist erstaunlich, wie akkurat die Verfilmung des Comics ist. Zwar wurden hier und da Details ausgelassen, oder Aktionsequenzen ausgeschmückt und angepasst, aber im Großen und Ganzen ist der Film unfassbar nah an der Vorlage. Oft wurden Panels aus dem Comic eins zu eins mit Bild und Text übernommen.

Die Geschichte ist großartig. Wärend es eigentlich noch darum geht den Mord am Comedian auf zu klären, erfährt der Leser in Rückblenden immer mehr über die Vergangenheiten und die Abgründe der Charaktere. Die Abgründe sind tief und haben nichts mit dem zu tun, was man bei einem Superhelden Comic erwarten würde.

Obwohl die Geschichte über jeden Zweifel erhaben ist, wird man als Kenner des Films wahrscheinlich nicht so gefesselt sein, wie jemand der den Film nicht kennt. Das liegt schlicht daran, wie nah Comic und Film beieinander liegen. Ich bin froh, dass ich den Film schon länger nicht mehr gesehen habe und so wenigstens hin und wieder nicht mehr genau wusste was passiert.

Watchmen ist mit Abstand der textlastigste Comic, den ich bisher in der Hand hatte. Die Seiten sind vollgestopft mit Sprechblase und die sind wegen den teils düsteren oder politischen Themen auch nicht mal eben schnell weg gelesen. Zwischendurch sind sogar immer mal wieder Seiten die auf Zeichnungen verzichten und wie ein klassischer Roman, nur aus Text bestehen. Es werden sehr viele politische und gesellschaftliche Probleme behandelt die besonders in der Zeit als der Comic entstanden ist, allgegenwärtig waren.

Die Zeichnungen würde ich als klassisch und altbacken bezeichnen. Da ich mit diesem alten Look leider gar nichts anfangen kann, haben sie mir auch bei Watchmen überhaupt nicht gefallen. Die einzige Figur die ich optisch halbwegs cool fand war Rorschach und auch der sieht im Film besser aus.

Für Comic-Einsteiger würde ich diesen Band nicht empfehlen, da es wirklich keine besonders leichte Lektüre ist. Obwohl Watchmen mir sehr gut gefallen hat, fand ich den Band zwischendurch wirklich anstrengend. Ich habe ihn immer mal wieder zur Seite gelegt um zwischendurch einen anderen Comic zu lesen.

Fazit:

Watchmen hat seinen Status als Meisterwerk absolut verdient. Eine starke Geschichte die die Politik und die Gesellschaft seiner Zeit kritisiert. Ich würde allerdings empfehlen, erst den Comic zu lesen und dann den Film zu gucken, da der Mehrwert sonst relativ gering ist.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 5/10
Story: 10/10
Zeichnungen: 3/10