Batman: Bane der Eroberer

Ich kenne viele, die den dritten Batman Film von Christopher Nolan nicht so gerne mochten. Das liegt vor allem daran, dass Bane für sie nach dem Joker nur ein Halbgarer Antagonist war. Ich aber mochte den im Gefängnis geborenen kompromisslosen Irren ganz gerne. Ja es war natürlich kein Joker, aber deshalb ist es noch lange kein schlechter Film. In den Comics, die ich bisher gelesen habe spielte der Muskelberg bisher meist, wenn überhaupt, eine Nebenrolle. Selbst im zweiten Batman Band (Batman: Selbstmord-Trip) Taucht er zwar auf und hat eine wichtige Rolle, aber richtige Aktion Momente sind eher selten. Da mir die Figur auch in den Spielen immer sehr gut gefallen hat, wollte ich schon lange mal etwas lesen, bei dem er mehr Zeit im Rampenlicht hat. Da kam Batman: Bane der Eroberer gerade recht. In dem Moment ahnte ich aber noch nicht, wie viel Rampenlicht Bane Tatsächlich haben sollte.

Eckdaten:

Autor: Chuck Dixon
Zeichner: Graham Nolan
Preis: 27€
Seiten: 268
Verlag: Panini-Comics

Story:

Bane hat sich von der Gefängnisinsel, auf der er geboren und aufgewachsen ist, verabschiedet und hat sich Gotham unter den Nagel gerissen. Mit eiserner Hand und einem Team aus engen Vertrauten lässt er sich seine Position von niemanden streitig machen. Als dann der Mysteriöse Damokles plötzlich anfängt ihm Probleme zu machen, überschlagen sich die Ereignisse. Bane muss sich gegen unterschiedlichste Widersacher behaupten und dabei unter anderem kurzzeitig mit Batman zusammenarbeiten.

Meine Meinung:

Das hier ist kein Batman Comic! Er hat zwar immer mal wieder Auftritte, aber es geht hier vor allem um Bane und sein Team. Die Geschichte wird aus Banes Sicht erzählt und man begleitet ihn dabei, wie er sein kriminelles Imperium weiter ausbauen bzw. verteidigen möchte.

Wer jetzt erwartet, dass Bane hier zu einem sympathischen Antihelden verkommt, liegt falsch. Er mordet, lügt und handelt nicht aus selbstlosen Motiven oder ähnliches. Er will nur sein Imperium stärken und / oder seine Stärke beweisen. Stärke ist ohne hin ein Leitmotiv für den Muskelberg mit der Lucha Libre Maske. Man lernt ihn hier zwar etwas besser kennen, aber eigentlich hätte man ihm trotzdem ein wenig mehr Tiefe geben können. Bei so einem dicken Band hätte ich mir gewünscht, tiefere Einblicke in seine Persönlichkeit zu bekommen. Man hätte vielleicht mehr von seiner Jugend im härtesten Gefängnis der Welt zeigen können, wobei sich sicher jeder vorstellen kann, dass das nicht so schön war.

Neben Bane spielt auch sein Team hier eine wichtige Roll. das Besteht aus drei anderen Ex-Gefangenen, denen Bane blind vertraut. Die drei sind sehr unterschiedlich, bleiben aber leider auch eher blass, was ich sehr schade fand, da sie wirken, als hätten sie ganz spannende Geschichten. Im Laufe des Bandes kommt es außerdem zu einigen anderen Team-Ups und sogar Catwoman arbeitet kurzzeitig mit Bane zusammen.

Die Geschichte selbst ist ganz cool. Es hat was von einem Gangsterfilm auf Steroiden (im Wahrsten Sinne). Der Aufstrebende Kriminelle Bane und seine Jungs gegen den Rest der Unterwelt. Feinde werden Freunde, Freunde werden Feinde, Millionen werden gemacht und verloren. Außerdem taucht hin und wieder Batman auf.

Für mich war der größte Kritikpunkt die Zeichnungen. Diese sind einfach nicht meins. Dieser eher Detailarme Stil wirkt sehr “Oldschool” und lasst den ganzen Comic, meiner Meinung nach, sehr viel älter wirken, als er tatsächlich ist.

Leseprobe

Als Einsteiger sollte man hier wenig Schwierigkeiten haben. Anfangs gibt es wieder einen sehr Informativen Text, der die wichtigsten Details über die Figur verrät und einem das nötige Wissen für diesen Comic in wenigen Sätzen vermittelt.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Perspektivwechsel. Es ist schön, dass sie Bane hier nicht zum Schurken mit Herz aus Gold oder ähnlichem wird. Er ist aber auch nicht der dumme Schläger, für den man ihn wegen seiner Optik vielleicht erstmal haten mag. Ich würde mir wünschen, mehr Comics dieser Art zu bekommen, in denen man tatsächlich mal die andere Seite begleitet. Grade bei Batman-Antagonisten könnte ich mir das ganz interessant vorstellen.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story: 7/10
Zeichnungen: 4/10

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar Panini-Comics

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