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Black Hammer 1: Vergessene Helden

Es wird niemanden wundern, aber ich bin ein riesen Fan von Superhelden-Comics. Zwar scheinen einige langjährige Comicleser der Superheldenthematik irgendwann überdrüssig zu werden, aber ich bin, glücklicherweise, noch weit davon entfernt. Da ich aber auch ein Freund von neuen Ansätzen und Ideen bin, war mein Interesse groß, als ich hörte, dass der Splitter-Verlag einen Superhelden-Comic bringt. Die Splitter Comics, die ich bisher gelesen habe, zeichneten sich vor allem durch ihre frischen Ideen, ihre Eigenheiten und ihren Mut auch mal unbequem zu sein aus. In wie weit sich diese Eigenschaften aber mit dem Superhelden Gernre vereinbaren lassen sollte sich aber erst noch zeigen.

Eckdaten:

Autor: Jeff Lemire
Zeichner: Dean Ormston
Preis: 19,80€
Seiten: 184
Verlag: Splitter-Verlag

Story:

Eine Gruppe von Helden sitzt in einem kleinen Dorf auf dem Land fest. Sie können es aus unbekannten Gründen nich verlassen und auch eine Kommunikation nach Außen, um beispielsweise Hilfe zu rufen, ist nicht möglich. Mit diesem Exil kommen einige Charaktere besser klar als andere und es geht viel darum, wie sie versuchen mit ihrer Situation klar zu kommen und was sie zu dem gemacht hat was sie sind.

Meine Meinung:

Im ersten Moment wirkt die Geschichte bereits irgendwie seltsam. Allerdings auf eine gute Art die einem komisch vorkommt, weil es so anders ist als man vielleicht gewohnt ist. Als Leser weiß man anfangs nichts darüber, wer die Figuren sind, wer sie mal waren und was sie an diesen Ort verschlagen hat. Nur langsam und Stück für Stück erfährt man dann immer mehr über die Umstände und über die Vergangenheit der Charaktere.

Die Charaktere sind großartig. Weil ich nichts vorweg nehmen will, gehe ich nicht detailiert auf sie ein, sondern möchte nur einen kurzen Vorgeschmack geben. Da hätten wir eine alte Frau, die im Körper einer Viertklässlerin steckt und sich nicht zurück verwandeln kann, einen Gestaltwandler vom Mars und einen Roboter der die Hausarbeit übernimmt. Der Roboter hat übrigens den vielleicht coolsten Namen den ich bisher für einen Robotter gehört habe. Dann wäre da noch ein Opa, der immer wieder in eine andere Dimension verschindet und sich schwebend fortbewegt.

Die Geschichte über das Leben und die Familienprobleme würde beinahe klassisch wirken, wenn die Charaktere nicht so abgedreht wären. Es geht zwar um Themen wie, eine Enkelin die rebelliert, einen Onkel, der seinen Platz in der Welt sucht und einen Opa, der auf seine alten Tage nochmal eine Frau kennengelernt hat, aber da die Figuren so skuril sind, ist es kein bisschen abgedroschen und bleibt stets spannend. Man erfährt in jedem Kapitel mehr über die Charaktere und ich habe mich mit jeder Seite ein bisschen mehr in diese Geschichte verliebt.

Die Zeichnungen haben mir anfangs überhaupt nicht gefallen, aber nach einigen Seiten habe ich gemerkt, dass sie sich irgendwie richtig anfühlen. Der untypische Zeichenstil passt einfach super zu dieser untypischen Geschichte. Nach der eigentlichen Geschichte kommen dann noch einige Seiten Bonusmaterial, in denen auch nochmal auf die Zeichnungen eingegangen wird und warum diese eben perfekt sind. Dazu gibt es noch Konzeptzeichnungen und einen Blick hinter die Kulissen des Comics der wirklich interessant ist.

Leseprobe

Fazit:

Eine tolle Geschichte mit großartigen Charakteren voller Ecken und Tiefgang. Der Comic verneigt sich vor dem Superheldengenre, macht aber eingie Dinge bewusst anders. Er gehört schlicht und einfach zu dem Besten was ich bisher gelesen habe, und ich bin sehr gespannt wie die Geschichte weiter geht.

Wertung:

Charaktere: 10/10
Einesteigerfreundlichkeit: 10/10
Story: 9/10
Zeichnungen: 8/10

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