Kill or be Killed 1

Kill or be Killed ist der erste Splitter Comic bei dem ich vorher eine genaue Vorstellung davon hatte was mich erwarten würde. Wenn man den Klappentext liest ist die Prämisse sofort klar und man rechnet mit einem blutigen Aktion Feuerwerk. Doch wie bei allen Splitter Comics, die ich bisher gelesen habe, kam es dann doch ganz anders als gedacht.

Eckdaten:

Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Sean Phillips, Elizabeth Breitweiser
Preis: 19,80€
Seiten: 128
Verlag: Splitter-Verlag

Story:

Dylans Leben läuft nicht ganz wie er es gerne hätte. Wegen eines Selbstmordversuches vor einigen Jahren wurde er in seiner Lebensplanung weit zurückgeworfen. Mit 28 wohnt er immer noch mit einem Freund zusammen und sein Studium ist auch noch nicht vorbei.
Dazu kommt, dass seine beste Freundin etwas mit seinem Mitbewohner angefangen hat, wodurch Dylan sich noch einsamer fühlt als sowieso schon.

Eines Abends hört Dylan dann aus dem Nebenzimmer etwas, was das Fass zum überlaufen bringt. Er steigt aufs Dach, und ist fest entschlossen all dem ein Ende zu machen. Kaum vom Dach gesprungen wird ihm allerdings klar, was für ein riesen Fehler das war. Mit ganz viel Glück überlebt er jedoch seinen Sprung und geht, leicht ramponiert, wieder auf sein Zimmer. Er will sein Leben ändern und ist voll neuer Lebenslust als er ins Bett geht.

Es wäre alles so schön und einfach, wenn ihm nicht in der Nacht ein Dämon erscheinen würde, der ihm sagt, dass er Dylan das Leben gerettet hat, und das sein Leben nun nur noch gemietet ist. Als Miete muss Dylan nun jeden Monat einen schlechten Menschen töten, oder selber sterben.

Meine Meinung:

Bei der Prämisse hatte ich direkt einen Actionfilm aller Punisher im Kopf. Ein Mann der los zieht und Kriminelle tötet. Leichte Unterhaltung mit viel Blut und Schießereien. Die ersten Seiten des Comics unterstreichen diesen Eindruck noch. Doch dann beginnt die Origin und Dylan erzählt wie es zu all dem gekommen ist.

Anders als erwartet, geht es hier aber sehr realistisch zu. Wie jeder normale Mensch zieht Dylan natürlich nicht direkt los und tötet Gangsterbosse. Viel mehr hadert er mit sich. Natürlich zweifelt er, ob all das real ist. Er ist vielleicht einfach nur hart auf den Kopf gefallen oder hatte einen Traum.

Der Comic bleibt sowieso (abgesehen von dem Dämon) sehr realistisch. Es wird auch immer wieder erwähnt, dass es eben kein Film ist. Dylans Gedanken machen fast immer Sinn und er wird auch nicht plötzlich zu einem Helden, der alte Frauen vor Handtaschenräubern rettet.

Es kommt zwar relativ oft zu Gewalt, aber deutlich seltener und anders als der Titel und der Klappentext einen vielleicht vermuten lassen. Gut fand ich auch, dass man als Leser auch nicht weiß, ob der Dämon jetzt real ist oder nicht.

Die Zeichnungen sind alles andere als schön. Alles ist dunkel und wirkt dreckig. Das passt aber hervorragend zur Geschichte. Einzig die Gesichter sehen teilweise etwas zu leblos aus.

Ein düsterer geerdeter Comic, dem man unbedingt eine Chance geben sollte, wenn man kein Problem mit leicht deprimierenden düsteren Geschichten hat. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte in den weiteren Bänden entwickelt und was Dylan für eine Entwicklung durchmachen wird.

Leseprobe


Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 10/10
Story: 8/10
Zeichnungen: 6/10

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