Deadpool 3: Drei glorreiche Halunken

Obwohl ich den Deadpool Film über alles liebe, hatten es die Comics bisher eher schwer bei mir. Der erste Band hatte mich damals ein bisschen enttäuscht (was vielleicht daran lag, dass ich ihn direkt nach “Die Nacht der Eulen” gelesen hatte) und der zweite war zwar gut, aber so belanglos, dass ich nichtmal eine Rezension dazu geschrieben habe. Ich wusste schlicht nicht, was ich schreiben soll außer “War ganz gut, gibt wenig was er wirklich falsch macht aber auch wenig was wirklich gut ist.” Ich hätte vielleicht sogar aufgehört die Reihe weiter zu verfolgen, wenn der dritte Band nicht beim Paperback Podcast so hoch gelobt worden wäre. Vielen Dank dafür Jungs.

Eckdaten:

Autoren: Gerry Duggan, Brian Posehn
Zeichner: Scott Koblish, Declan Shalvey
Preis: 16,99€
Seiten: 164
Verlag: Panini-Comics

Story:

Deadpool wird immer mal wieder von Fremden betäubt, die ihm dann auf offener Straße Organe klauen. Da diese bei ihm wieder nachwachsen ist das zwar ärgerlich, aber nichts was für dauerhafte Schäden sorgt. Trotzdem will er natürlich wissen, was es damit auf sich hat und wer dahinter steckt. Da es wohl mit dem Waffe-X Programm zu tun hat, dem Deadpool seine Kräfte verdankt, wendet er sich hilfesuchend an Captain America und Wolverine, da auch diese vom Waffe-X Programm “verbessert” wurden. Die beiden sind Deadpool aber alles andere als wohlgesonnen und wollen nichts mit dem Ganzen zu tun haben. Zumindest nicht, bis die Sache eskaliert.

Meine Meinung:

Ich bin echt froh, dass ich die Reihe weiter gelesen habe. Der Band fängt wieder lustig und klamaukig an, wandelt sich dann aber immer mehr und wird schließlich ein richtiges Drama. Hätte mir vorher jemand gesagt, das ich bei einem Deadpool Comic mal einen Kloß im Hals und Pipi in den Augen haben würde, hätte ich es nicht geglaubt. Aber was dieser Band besonders gegen Ende abfeuert ist einfach ergreifend.

Damit hätte ich am Anfang des Bandes absolut nicht gerechnet. Wie schon im zweiten Teil gibt es vorweg wieder eine Story im 70er Jahre Look und der erste Antagonist in diesem Comic ist White Man, ein Zuhälter der lächerlicher kaum sein könnte. Diese Story ist aber sehr schnell abgehandelt und ab da wird es kontinuierlich ernster. Es werden zwar noch Witze gemacht, aber der Ton ändert sich schon merklich. Deadpool bekommt hier einen düsteren Hintergrund der ihn als Figur unglaublich tragisch macht.

Für Einsteiger ist dieser Band sehr gut geeignet, wenn man weiß, dass eine S.H.I.L.D. Agentin in Deadpools Kopf wohnt. Selbst das WARUM ist für die Geschichte im Grunde egal. Es reicht schon diese Tatsache einfach zu akzeptieren um den Band zu verstehen.

Die Zeichnungen sind ganz hübsch, aber auch kein Meisterwerk. Der Stil passt aber sehr gut zur Geschichte und kann auch in düsteren Passagen überzeugen.

Ich kann den Band nur jedem empfehlen, der Lust hat mal hinter Deadpools lustige Fassade blicken und einen anderen Deadpool sehen will.

Wertung:

Stimmungsschwankungen: 10/10
Einsteigerfreundlichkeit: 9/10
Story: 9/10
Zeichnungen: 6/10