House of M

Nach dem Marvel Event Civil War habe ich mich mal ein bisschen umgehört, was für Events man so gelesen haben sollte. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ein ganzer Haufen Events genannt wird, weil es inzwischen ja schon einige im Marvel-Universum gab. Sattdessen wart ihr euch da überraschend einig. Im Grunde wurden immer wieder die selben 4-5 Sachen genannt. Mit Abstand am häufigsten wurde aber House of M genannt. Dazu kommt, dass der gute To (Twitter: @El_Nerderino) mir das Event schmackhaft gemacht hat.

Eckdaten:

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Olivier Coipel
Preis: 19,99€
Seiten: 204
Verlag: Panini-Comics

Story:

Wanda Maximoff aka Scarlet Witch (Die Rothaarige, die in den Filmen mit Vision zusammen ist) ist in den Comics scheinbar deutlich mächtiger, als in den Filmen. Leider hat sie auch ein wenig den Verstand verloren, was bei jemanden mit ihren Kräften bedenklich ist. Deshalb wollen die Avengers (andere und deutlich mehr als in den Filmen) mit ihr reden und entscheiden, was mit ihr passieren soll. Sie gehen in die baufällige Stadt, in der sich Wanda mit ihrem Bruder Quicksilver (Der Schnelle aus den X-Men Filmen) und ihrem Vater Magneto (ja, der Magneto) versteckt. Bevor die Avengers sie finden, verändert Wanda einfach mal eben die Realität und erschafft eine neue Wirklichkeit. Das ist schon eine Stufe mehr als mit pinken Händen Sachen zu bewegen, wie sie es in den Filmen macht.

In der neuen Realität sind Mutanten die dominierende Spezies. Normale Menschen werden diskriminiert und es bildet sich sogar sowas wie ein Untergrund. Regiert werden die USA in dieser Welt von Magneto, und von Professor X fehlt jede Spur. Niemand scheint sich an die alte Welt zu erinnern. Doch Wolverines Gehirn lässt sich so leicht nicht austricksen. Seine Erinnerungen kommen zurück und er versucht etwas gegen Wanda zu unternehmen.

Meine Meinung:

Auch wenn das Ganze scheinbar als Großevent läuft, und die komplette Realität betroffen ist, stehen hier schon einige Figuren ganz klar Vordergrund. Es wirkt irgendwie übersichtlicher als Civil War, bei dem ich das Gefühl hatte, links und rechts viele Geschichten zu verpassen. Falls das hier auch so ist, fällt es zumindest nicht so sehr auf.

Die Geschichte selbst ist große klasse. Die Prämisse ist ungewöhnlich und es geht sehr schnell voran. Besonders, da die neue Welt ja alles andere als eine Dystopie ist, stellte sich mir beim Lesen schnell die Frage, “Warum unbedingt zurück ändern?”. Ähnlich wie bei Civil War fehlt hier also wieder ein bisschen der wirklich böse Antagonist. Natürlich muss Magnetos Sippe (Das House of M) aufgehalten werden, jedoch haben sie schon ein bisschen eine bessere Welt erschaffen.

Auch wenn die Veränderungen wirklich alle betreffen, so ist es doch vor allem Spider-Man, den das alles richtig mitnimmt. In der neuen Welt ist all das schlechte was der arme Peter im Laufe der Jahre ertragen musste scheinbar nicht passiert. Er ist ein Star, alle lieben ihn und sogar sein Onkel Ben lebt noch. Die Frage ist, ob es nett oder grausam ist, dass er scheinbar alles hat was er immer wollte.

Auch wenn hier viele Helden vorkommen und auch irre viele Avengers involviert sind, stehen die Mutanten hier schon irgendwie im Vordergrund. Allerdings glaube ich, dass man mit diesem Band auch Spaß haben kann, wenn man nicht alle Charaktere detailliert kennt. Ich habe in Comics bisher mit dem ganzen House of M und vielen anderen Figuren noch keine Berührungspunkte gehabt. Geschadet hat das der Geschichte aber nicht. Natürlich habe ich inzwischen aber schon eine gewissen Grundlage. Ich schätze, wer noch nichts von Marvel kennt, weder Comics noch Filme, sollte erst mit etwas anderem anfangen.

Fazit

Ich hatte vorher schon Lust auf die X-Men und jetzt ist es noch schlimmer geworden. Die Geschichte ist fesselnd und wirklich spannend erzählt. Einzig das Ende empfand ich als sehr unbefriedigend. Viele Fragen wurden offengelassen, und einige Mysterien wurden erst gegen Ende so richtig erschaffen, nur um dann Lust auf mehr zu machen. Ich schätze ich warte jetzt erstmal auf die X-Men Anthologie, die im November bei Panini-Comics erscheint, um dann einen guten Einstiegspunkt für die X-Men zu finden. Im Vergleich zu Civil War hat man hier in einem Band definitiv das schönere Event mit einer besseren Geschichte.

Wertung:

Einsteigerfreundlichkeit: 6/10
Story: 8/10
Zeichnungen: 7/10

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